3-Seenblick-Runde über Eibensee und Marienköpfl – Wandern im Salzkammergut

Aussichtsreiche Wanderung von der Kleiner Kapelle zwischen Fuschl und St. Gilgen zum idyllischen Eibensee, auf das Marienköpfl und rund um den Wallhüttenkopf zurück. Inklusive fantastischem Panorama und Blick auf gleich drei Salzkammergutseen sowie zahlreiche Berggipfel.


⭐ der idyllische Eibensee

⭐ Gipfelerlebnis am Marienköpfl

⭐ Ausblick auf insgesamt drei Seen und zahlreiche Gipfel

⭐ spannende Flora und Fauna vor allem im Frühsommer


Der idyllische Eibensee war einer der ersten Orte, den ich auf diesem Blog vorgestellt habe. Heute möchte ich dich abermals zu diesem fantastischen Naturjuwel entführen, doch werden wir anschließend noch weit darüber hinausgehen. Auch der Weg zum Eibensee ist diesmal ein anderer.

Die Tour startet bei der Kleiner Kapelle an der Wolfgangseestraße zwischen den Orten Fuschl am See und St. Gilgen am Wolfgangsee. Die Kapelle liegt in Richtung Wolfgangsee fahrend bald nach dem Gimsenwirt an der linken Straßenseite. Entlang eines Grabens erfolgt der steile Aufstieg durch schattigen Schluchtwald. Den Schatten braucht es auch, denn das Gelände ist südexponiert. Trotz des Waldes kommt man aufgrund der Steilheit rasch ins Schwitzen. An heißen Sommertagen ist der Weg eher zu meiden, da empfehle ich den Aufstieg entlang des Eibenseebaches, wie ich ihn im ersten Beitrag beschrieben habe.


Zum idyllischen Eibensee und auf das Marienköpfl

Wer hat nicht schon davon geträumt: ein Fleckchen unberührte Natur in völliger Abgeschiedenheit von der Außenwelt um einfach mal alles hinter sich zu lassen? Nun, dieser Ort ist viel näher, als man vermuten mag. Kommt mit auf eine Wanderung zum Naturidyll Eibensee und auf das Marienköpfl…


Es ist Mitte Juni und was sofort ins Auge sticht, ist die sensationelle Blütenpracht um diese Jahreszeit. Ein paar Beispiele gefällig?

Nachdem der Weg etwas flacher wird, biege ich nach ungefähr zwei Drittel des Aufstieges an einer Wegkreuzung links ab, weiter der Beschilderung zum Eibensee folgend. Bald wird es nochmals sehr steil und der Weg kann bei feuchten Bedingungen extrem schlammig und rutschig sein. Also bitte erhöhte Vorsicht! Dies gilt umso mehr, wenn du den Weg für den Abstieg nutzt.

Der Steig endet in einem Sattel, in dem sich einst die Eibenseealm befand. Sie ist längst aufgelassen und der Verbuschung preisgegeben. Neben Hochstaudenfluren finden sich auch noch ein paar schöne Magerwiesen.

Auf einer Forststraße wandere ich auf der anderen Seite den Sattel wieder hinunter, denn der Eibensee ist etwa 50 Höhenmeter tiefer in einer Senke gelegen. Bald zweigt ein gut beschilderter Steig von der Forststraße zu dem kleinen See ab und wenig später stehe ich bereits am Ufer.

Sein Wasser fühlt sich erstaunlich warm an, fast Badewannentemperatur. Aber das ist wohl nur dem von der Sonne aufgeheizten Flachwasserbereich geschuldet, in dem das Wasser kaum knöchelhoch steht. Wie es weiter draußen ist, hab‘ ich nicht ausprobiert. Wie tief mag er wohl sein, der Eibensee? Ich verrate es: Fast 15 Meter könnte man hinab tauchen zur tiefsten Stelle. Für einen so kleinen See also gar nicht mal so wenig.

Auch wenn ich den See schon einmal vorgestellt habe, dürfen ein paar Impressionen an dieser Stelle natürlich nicht fehlen:

Eine Pause am Seeufer ist fast obligatorisch. Dann geht es weiter Richtung Marienköpfl. Heute nehme ich aber nicht die Forststraße, sondern zweige von dieser gleich nach der ersten Linkskurve auf einen Trampelpfad ab, der mich auf direkterem Wege den Hang hinauf führt.

Nicht ohne Grund wähle ich diese Variante, weiß ich doch von vergangenen Touren um die besondere Pflanzenwelt dieses Geländes. Und gleich nach der Abzweigung sind sie auch schon da: Frauenschuh, Waldvögelchen und Simsenlilie.

Muss ich erwähnen, dass diese Schönheiten streng geschützt sind? 😉

Auch am Marienköpfl (1.074 Meter) blüht alles um diese Jahreszeit. Besonders der Steinquendel zeigt, was er kann.

Den Gipfel habe ich ganz für mich allein, generell treffe ich an diesem Tag – trotz perfektem Wanderwetter – nur eine Handvoll Wanderer.

Nach dem Marienköpfl geht es nicht den gewohnten Weg zurück. Vielmehr folge ich der leicht ansteigenden Forststraße Richtung Südosten (Beschilderung nach St. Gilgen) auf einen Sattel zwischen dem Höllkar (1.169 Meter) und einem namenlosen, etwa gleich hohen Gipfel zur Rechten. Übrigens wird der Gebirgsstock, in dem ich heute unterwegs bin, manchmal auch als „Höllkargruppe“ bezeichnet. Nicht, weil das Höllkar besonders hervorstechen würde, sondern weil es sich ziemlich im Zentrum befindet. Die Gipfel dieser Berge sind durchwegs bewaldet und bieten kaum Aussicht, weshalb auch die wenigsten mit Wegen erschlossen sind.

Der eben „bestiegene“ Sattel liegt auf etwa 1.100 Meter Höhe und stellt den höchsten Punkt der heutigen Wanderung dar. Hier könnte man zum Almkogel, einem fantastischen Aussichtsfelsen über dem Mondsee, abzweigen. Heute ist mir das aber zu weit, denn es liegt noch einiges an Weg vor mir.

Hier würde es Richtung Almkogel weitergehen…

Zugegeben: Der zweite Teil der Tour ist ein langer Forststraßenmarsch, aber die Aussicht ist es wirklich wert, wie du gleich sehen wirst. Zudem ist die Wanderung recht schattig und bietet einen knieschonenden Abstieg.

Direkt nach dem Sattel geht es auch schon los mit der Aussicht. Es eröffnet sich der erste Blick auf den Schafberg.

Schafberg in Sicht

Wenig später rückt auch der Wolfgangsee ins Blickfeld.

Stetig leicht bergab führt der Forstweg in einen Sattel hinein und am Gegenhang wieder aus diesem hinaus. Vom Sattel könnte man über einen Steig direkt zur Kleiner Kapelle absteigen. Doch man würde einiges verpassen, wie sich gleich herausstellen wird.

Der Weg führt nun um den Wallhüttenkopf (1.116 Meter) herum. Eine in manchen Karten verzeichnete Abkürzung existiert in der Realität nicht (mehr?).

vom Sattel (Bildmitte) geht es um den Wallhüttenkopf herum

Nach einer Linkskurve liegt plötzlich und unerwartet ein in kräftigem Türkis schillernder See zu meinen Füßen. Es ist der Mondsee. Und dahinter entdecke ich den dunkelblau schimmernden Attersee. Wow, welch ein Anblick, damit habe ich jetzt überhaupt nicht gerechnet.

Ein paar Kurven später schwenkt das Panorama wieder in Richtung Wolfgangsee. Es ist wirklich fantastisch: Fast jede Kurve bietet neue Ausblicke und das, obwohl ich die meiste Zeit im Schatten des Waldes wandere. Auch weitere Gipfel rücken immer wieder in den Fokus, wie zum Beispiel das Zwölferhorn, der Faistenauer Schafberg, Plombergstein und die gesamte Kette der Osterhorngruppe vom Wolfgangsee bis Bad Ischl. So wird der Weg nie langweilig.

Erst ganz zum Schluss wird es etwas eintöniger, bevor die Forststraße mich beim Parkplatz unweit der Kleiner Kapelle wieder ausspuckt.

Eine wunderbare, abwechslungsreiche Halbtagestour mit dem Naturidyll Eibensee und einer fantastischen Aussicht auf gleich drei Seen, sowie zahlreiche Salzkammergutberge als Highlights. Es ist am Ende schon ein langer Forststraßenmarsch, aber auch der wird aufgrund der tollen Ausblicke kaum langweilig.


Die Kleiner Kapelle befindet sich direkt an der Wolfgangsee Straße (B158) zwischen den Orten Fuschl am See und St. Gilgen.
Adresse für Navi: Kleiner Kapelle, Wolfgangsee Straße, 5340 St. Gilgen
Plus Code: Q8PQ+MW St. Gilgen
Koordinaten: 47.7868, 13.3398

Direkt bei der Kapelle nur sehr eingeschränkte Parkmöglichkeiten. Weitere Parkplätze finden sich etwa 100 Meter weiter Richtung St. Gilgen an der linken Straßenseite.

Regionalbus 150 verkehrt regelmäßig zwischen Salzburg und St. Gilgen. Die Haltestelle „St. Gilgen Pöllach“ ist 700 Meter von der Kleiner Kapelle entfernt.

Genaue Fahrzeiten finden sich auf der Webseite des SVV.



Weglänge: ca. 8 km
reine Gehzeit: ca. 3 Stunden
Höhenunterschied: ca. 460 m
Wegbeschaffenheit: Wanderung auf schmalen Steigen und breiten Forstwegen
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T2 – Bergwandern, nach dem Marienköpfl nur mehr T1
Trittsicherheit: stellenweise etwas Trittsicherheit erforderlich, v.a. am Marienköpfl
ausgesetzte Stellen: nein, außer am Marienköpfl (kann aber ausgelassen werden)
Familientauglichkeit: für Vorschulkinder ist der Aufstieg zum Eibensee wahrscheinlich zu steil, da ist der Weg entlang des Eibenseebaches die bessere Wahl.
Barrierefreiheit: nein
Empfohlene Ausrüstung: Trekkingschuhe, Jause, Trinkflasche (ca. 1 Liter)

Leider keine Einkehrmöglichkeiten entlang des Weges.


Waldbrettspiel
Blick von der Eibenseealm
Ausblick kurz vor dem Marienköpfl: links hinter den Bäumen versteckt sich der Schober
letzter Anstieg auf das Marienköpfl
rund um den Wallhüttenkopf

Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.


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