Schloßberg Friedburg: Wandern im Kobernaußerwald – Erlebe die Natur im Innviertel

Gerade im Herbst lockt der Kobernaußerwald mit großer Farbenpracht. Von Friedburg aus führt ein besonders idyllischer und abwechslungsreicher Weg in den Wald. Neben einem fantastischen Walderlebnis kann dieser auch mit einem tollen Ausblick auf die Alpen, einer kulturhistorischen Entdeckungsreise und sogar mit einem malerischen kleinen See aufwarten. Komm mit auf eine kleine Tour im Innviertel!


Im November 2022 haben wir den Kobernaußerwald in Oberösterreich näher erforscht. Mit dieser herbstlichen Wanderung in Friedburg haben wir zunächst etwas hineingeschnuppert, um dann eine Woche später tief in das Waldgebiet einzutauchen.

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Der Kobernaußerwald:

Mit einer Fläche von etwa 300 Quadratkilometern ist der Kobernaußerwald eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas. Wir befinden uns im Innviertel, dem westlichsten Teil Oberösterreichs. Aus geologischer Sicht handelt es sich um ein niedriges, maximal 777 Meter hohes Mittelgebirge aus Schotterbänken eines prähistorischen Flusssystems. Schier endlose Wälder paaren sich hier also mit sanften Hügeln zu einem großartigen Wander- und Erholungsgebiet.

Der Kobernaußerwald, dahinter die Alpen

Von Burgen und Rittern:

Unser erster Besuch im Kobernaußerwald führt uns also nach Friedburg in der Gemeinde Lengau am südlichen Rand des Waldgebiets. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei der kleinen Ortschaft mit Marktstatus um einen geschichtsträchtigen Ort. Um das Jahr 1180 herum wurde auf einer Anhöhe oberhalb der heutigen Kirche eine prächtige Höhenburg errichtet. Die Geschichte der Burg war sehr bewegt und kann bei Interesse auf wikipedia nachgelesen werden. Nachdem Burgen im 18. Jahrhundert militärisch bedeutungslos geworden waren, erfuhr die Friedburg das Schicksal so vieler Burgen: Sie wurde verlassen und dem Verfall preisgegeben und schließlich fanden ihre Steine anderswo Verwendung als Baumaterial. Um 1790 war nur noch das von der Festungsanlage übrig, was wir auch heute noch sehen können: eine ebene Terrasse, die einst der Burghof war, mit einer tiefen Grube, welche die Zisterne beherbergte.

Sonnenterrasse am Schlossberg Friedburg im Herbst
Von der einstigen Höhenburg sind nicht einmal mehr die Grundmauern geblieben

Am Kreuzweg zur Hohen Kreuzkapelle:

Und da sind wir auch schon mitten in unserer heutigen, spätherbstlichen Wanderung. Vom Pfarrhof gegenüber der Kirche führt der Kreuzweg in wenigen Minuten hinauf auf den Schlossberg zur ehemaligen Burganlage. Im Schlossberg befindet sich heutzutage der Trinkwasserspeicher des Ortes.

Pfarrkirche Friedburg
Heutige Pfarrkirche Friedburg aus dem 19. Jahrhundert

Der Burgfried bietet bei guter Fernsicht ein traumhaftes Panorama. Watzmann, Hoher Göll, Untersberg, Tennengebirge und viele weitere Berge sind zu sehen. Mit Hilfe einer Panoramatafel kannst du überprüfen, wie gut deine geografischen Kenntnisse der Region sind. Heute allerdings ist es so diesig, dass wir gerade einmal den keine zehn Kilometer entfernten Tannberg ausmachen können. Nach einer Pause auf dieser wunderbaren Sonnenterrasse – sogar Weinreben gedeihen auf dem Südhang – verabschieden wir uns in den spätherbstlichen Wald.

Wir überschreiten den inneren und den äußeren Burggraben – beide zugeschüttet aber noch gut erkennbar – und stellen uns sogleich vor, wie wir die Burg durch das Haupttor verlassen. Zur Linken und zur Rechten führen die historischen Wege hinab ins Tal. Dazu später mehr. Wir halten uns geradeaus und folgen weiterhin dem mäßig ansteigenden Kreuzweg.

Nicht allzu lange danach erreichen wir auch schon den höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung: die Hohe Kreuzkapelle. Mystisch steht die 1891 errichtete Kapelle mitten im Wald am Übergang von einem dunklen Fichtenforst, in dem sich die Bäume dicht an dicht drängen, zu einem lichten Mischwald.

Am Bibelweg durch spätherbstlichen Wald:

Gleich nach der Kapelle stoßen wir auf eine Wegkreuzung. Wären nicht zwei offensichtlich ortskundige Wanderer unmittelbar vor uns zwischen den Bäumen im Wald verschwunden, hätten wir garantiert den falschen Weg genommen. Der vom Wegweiser gemeinte Waldweg war nämlich gut unter Herbstlaub versteckt. Generell sind die Wege nicht seht gut beschildert, Markierungen zum Teil stark vergilbt und die Wegweiser – achte auf Holzpfosten mit schwarzen Pfeilen auf gelbem Grund – sind auch nicht immer eindeutig. Ein dichtes Netz aus Wirtschaftswegen und das den Boden bedeckende Herbstlaub tun das ihrige, um die Wegfindung zu erschweren. Aber nun sind wir richtig.

Der Bibelweg heißt so, weil in größeren Abständen Schilder mit Bibelzitaten aufgestellt sind. Bald entdecken wir von Zeit zu Zeit weitere Zeichen des christlichen Glaubens neben dem Weg: Es handelt sich dabei um liebevoll aus Naturmaterialien gebastelte Weihnachtskrippen. Dabei haben wir erst Anfang November. Aber die Krippen wirken frisch, keinesfalls ein Überbleibsel von letzten Weihnachten. Ob sich hier eine Schulklasse aus Friedburg kreativ betätigt hat, oder die lokale Kirchengemeinde, erfahren wir nicht.

Weihnachtskrippe aus Naturmaterialien am Bibelweg in Friedburg
Krippen aus Naturmaterialien begleiten uns am Weg

Auch der Weg durch den Wald kann sich sehen lassen. Die tiefstehende Novembersonne entfacht ein fantastisches Licht-Schatten-Spiel und zwischen den Bäumen leuchtet bereits die Wiese einer Lichtung zu uns herauf.

Bald darauf stehen wir auch schon auf dieser Lichtung in den wärmenden Sonnenstrahlen. Eine Sitzbank liegt leider bereits im Schatten und so wandern wir gleich weiter.

Sonnige Lichtung in der tiefstehenden Novembersonne
Das letzte Mal Sonne tanken an diesem Tag

Leicht bergab geht es auf einem Waldweg hinunter in einen Graben, wo der Weg in eine Forststraße mündet. Auf dieser könnten wir nun bis zum Waldsee mit dem Augenbründl weiter wandern und später wieder auf den Bibelweg stoßen. Wer diese Schleife jedoch nicht ausgehen möchte, kann – so wie wir – an einer beschilderten Kreuzung rechts abbiegen und auf dem Bibelweg bleiben, der über eine kleine Kuppe zurück nach Friedburg führt.

Der Waldsee:

Den Waldsee, einen annähernd rechteckigen, künstlich angelegten Teich, der dem Angelsport dient, haben wir eine Woche später, bei unserem zweiten Besuch im Kobernaußerwald, inspiziert. Er ist durchaus ein idyllischer Ort. Hier ein paar Impressionen:


Kuchlersteig und Sagenweg:

In Friedburg angekommen, haben wir die Wahl, ob wir durch den Ort entlang der Hauptstraße zurück zum Parkplatz wandern, oder auf dem historischen Burgweg – dem Kuchlersteig – nochmals zur ehemaligen Festung aufsteigen. Wir entscheiden uns für letzteres und sollten es nicht bereuen. Der alte Weg zur Burg hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark eingetieft und ist nunmehr ein Hohlweg, flankiert von knorrigen alten Buchen und Hainbuchen. Keine 15 Minuten später stehen wir auch schon wieder vor dem imaginären Burgtor.

Diesmal lassen wir die Burg jedoch links liegen und steigen sogleich über den Sagenweg wieder ab in Richtung Pfarrhof. Die Geschichte, die auf mehreren Schildern erzählt wird, richtet sich in erster Linie an Kinder und handelt von den Kuchlern, den alten Herren der Burg. Der Sagenweg sollte, wenn man die Geschichte erfahren möchte, unbedingt von unten nach oben absolviert werden. So sind wir, als wir von oben kommend die erste Tafel (welche eigentlich die letzte ist) lesen, gleich mit dem Ende der Geschichte konfrontiert. Nach diesem Spoiler ist der Rest für uns nicht mehr wirklich interessant. 😉

Der Weg hinunter zum Pfarrhof auf dem stellenweise ebenfalls stark eingetieften Hohlweg dauert nicht lange. Die Sonne sendet bereits ihre letzten Strahlen in den Kobernaußerwald, bevor wir wieder beim Pfarrhof eintreffen.

Auf der Rückfahrt kehren wir noch im Cafe Heinzl in Friedburg ein. Das hat eine große Auswahl an leckeren Kuchen und Torten bei gemütlichem Ambiente. Der ideale Ort, um diesen Sonntagsausflug ausklingen zu lassen.

Fazit:

Ein schöner, gemütlicher Waldspaziergang für die ganze Familie der mit der alten Burg auch eine spannende kulturgeschichtliche Komponente und ein tolles Panorama bietet. Besonders im Herbst bietet der Kobernaußerwald ein fantastisches Walderlebnis.


Weglänge: ca. 4 km ohne und ca. 5,5 km mit Waldsee
reine Gehzeit: ca. 1:30 Stunden bzw. ca. 2 Std. mit Waldsee
Höhenunterschied: ca. 170 Meter
Wegbeschaffenheit: Wanderung auf Wald- und Forstwegen
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T1 – Wandern
Trittsicherheit erforderlich: nein
ausgesetzte Stellen: nein
Familientauglichkeit: hervorragend geeignet für Kinder jeden Alters, Tour kann auch verkürzt werden
Kinderwagen: nicht geeignet
Koordinaten des Startpunktes: 48.019956 13.242061

Keine Einkehrmöglichkeiten unterwegs, im Ort Friedburg bietet sich eine Einkehr im Cafe-Bäckerei Heinzl an.


Klick auf die Karte, um zur Tourenbeschreibung auf outdooractive inkl. Track zum downloaden und nachwandern zu gelangen!


Friedburg liegt an der B147 Straßwalchen-Braunau am Inn. Die Pfarrkirche befindet sich direkt an dieser Straße.

Parkplätze beim Pfarramt gegenüber der Kirche

Der weit außerhalb des Ortes gelegene Bahnhof Friedburg ist mit Regionalzügen aus Richtung Salzburg bzw. Braunau am Inn erreichbar. Von hier fahren die Buslinien 871 bzw. 872 an Werktagen nach Friedburg. An Wochenenden und Feiertagen ist diese Tour leider nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Genaue Fahrpläne und Verbindungen finden sich auf der Webseite des SVV bzw. des OÖVV.


Weitere Impressionen aus dem herbstlichen Friedburg:


Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.


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