Marienköpfl im Schnee – Winterwandern im Salzkammergut

Winterwanderung auf das Marienköpfl bei Fuschl am See. Im Sommer ist die Wanderung auf den felsigen Gipfel oberhalb des idyllischen Eibensees eine der schönsten der ganzen Fuschlseeregion. Ob es sich auch im Winter lohnt, und was dich zu dieser Jahreszeit erwartet, erfährst du in diesem Tourenbericht.


⭐ Sonne tanken mit Panorama am Marienköpfl

⭐ Die tief verschneite Klamm des Eibenseebaches

⭐ Cooles Schneewechtenkraxeln mitten am Weg

⭐ Tierspuren rätselraten


Mitte Februar hat der Vorfrühling bereits Einzug gehalten im Alpenvorland. Selbst in den Bergtälern schmilzt die weiße Pracht dahin und strahlender Sonnenschein lässt die Temperaturen auf angenehme Werte klettern. Ein guter Tag für ein spätwinterliches Naturerlebnis. Heute geht es auf das Marienköpfl oberhalb des Eibensees in der Fuschlseeregion.

Auf das Marienköpfl hab‘ ich dich im Sommer schon mal mitgenommen. In der warmen Jahreszeit ist das eine meiner absoluten Lieblingswanderungen. Ob es sich auch im Winter lohnt?


Mittlerweile findest du hier bereits zwei Sommertouren auf das Marienköpfl:

Zum idyllischen Eibensee und auf das Marienköpfl

Wer hat nicht schon davon geträumt: ein Fleckchen unberührte Natur in völliger Abgeschiedenheit von der Außenwelt um einfach mal alles hinter sich zu lassen? Nun, dieser Ort ist viel näher, als man vermuten mag.…


Wir starten im Frühling. Der Forstweg ist zu Beginn bereits aper, auch rundherum breiten sich schneefreie Flecken aus. Selbst als wir langsam höher kommen, ist der Weg nur ganz dünn von Nassschnee bedeckt.

Erst als wir die Klamm des Eibenseebaches erreichen, wird die Schneedecke dicker. Kein Wunder, in die enge Schlucht verirrt sich um diese Zeit des Jahres noch kaum ein Sonnenstrahl. Bald werden die Reifenspuren von der Spur eines Raupenfahrzeuges abgelöst, mit dem man im Winter das Wildtierfutter höher hinauf zu den Futtergrippen transportiert. Die Raupe verteilt ihr Gewicht wesentlich großflächiger auf den Untergrund, der Schnee ist in den Spuren deshalb deutlich weniger komprimiert und man sinkt tiefer ein. Noch kein Fall für Schneeschuhe, die wir ohnehin nicht dabei haben, aber das Gehen wird etwas mühsamer.

Langsam aber sicher entwickelt sich die Landschaft in der Klamm zu einem Winterwonderland:

Der nächste Wegabschnitt verläuft durch das Wildmoos. Hier gelangen wir wieder in den Genuss des strahlenden Sonnenscheins. Auch wenn ringsherum noch alles schneebedeckt ist, so richtig winterlich fühlt sich das nicht mehr an.

Nach dem Moorgebiet betreten wir das letzte Waldstück vor der Abzweigung zum Eibensee, wo unser Ziel bereits in Sicht kommt.

Den Eibensee lassen wir erst einmal rechts liegen, vielleicht geht sich am Rückweg noch ein kleiner Abstecher aus. Die Forststraße verlässt den dichten Wald und führt in einem weiten Bogen auf die Rückseite des Marienköpfls.

Die ersten Meter des Weges sind blank poliert vom Wind. Hier sinkt man überhaupt nicht mehr ein. Toll, denke ich mir, da wird das letzte Stück ein Kinderspiel!

Weit gefehlt! Wenn der Wind den Schnee wegpustet, dann muss er ja irgendwo sein. Auch sind wir hier oben von der großen Schneeschmelze noch weit entfernt.

Kaum kommen wir um die nächste Kurve, wird klar, was mit dem Schnee geschehen ist. Er wurde am Hang und hinter einer Kuppe abgelagert. Dem Wind und dem Schnee war es dabei egal, ob sich hier gerade der Forstweg befindet. Bald erklimmen wir drei Meter hohe Schneewechten. Jetzt wären Schneeschuhe natürlich sehr gefragt…

Schließlich kämpfen wir uns doch auf den Gipfel des Marienköpfls vor. Die Anstrengungen des letzten Wegabschnittes waren es allemal wert. Der Ausblick ist grandios wie immer. Was mich beim Panorama von diesem kleinen Gipfel immer wieder fasziniert, ist, dass man von hier oben keinerlei Spuren menschlicher Zivilisation entdecken kann. Keine Straßen, keine Häuser, kein Verkehrslärm, nur Wald und Berge soweit das Auge reicht.

In der Sonne ist es angenehm warm. Der Blick hinunter zum Eibensee verrät uns, dass sich ein Abstecher nicht mehr lohnt. Tiefwinterlich ruht er unter einem Eispanzer in seiner schattigen Senke.
So genießen wir das Panorama am Gipfel, bis die Sonne hinter dem Eibenseekopf im Westen verschwindet. Dann machen wir uns auf den Weg zurück in den Frühling.

Ja, das Marienköpfl ist auch im Winter ein absolut lohnendes Wanderziel. Weil das Gebiet für Schitouren völlig uninteressant ist, wird man hier im Winter auf keine großen Menschenmassen treffen. Es ist also eine sehr ruhige Tour und ein tolles Naturerlebnis. Je nach Schneelage wirst du vielleicht Schneeschuhe benötigen.


Auf der B158 (Wolfgangsee Bundesstraße) von Salzburg aus in Richtung Wolfgangsee fahren. Wer über die Autobahn A1 anreist: Abfahrt Thalgau abfahren, weiter nach Hof bei Salzburg fahren, wo ihr auf die B158 trefft. Weiterfahren bis Fuschl am See. Etwa 850 Meter nach der Abfahrt Fuschl-Mitte/Thalgau nach links in die Eibenseestraße abbiegen.
Adresse für Navi: Eibenseeweg 5, 5330 Fuschl am See
Plus Code: Q8X7+X8 Fuschl am See
Koordinaten: 47.7997, 13.3135

Direkt vor Ort nur einige wenige kostenlose Parkplätze. Weitere kostenlose Parkplätze beim Parkplatz Zwergerlweg/Rumingmühle, oder kostenpflichtig beim Strandbad Fuschl. Gehzeit von letzteren beiden bis zum Ausgangspunkt ca. 20 – 25 Minuten

Regionalbus Linie 150 verkehrt regelmäßig zwischen Salzburg Hauptbahnhof und St. Gilgen am Wolfgangsee. Die Haltestelle „Fuschl Abzw. Eibensee“ liegt fast direkt am Ausgangspunkt.

Genaue Fahrzeiten finden sich auf der Webseite des SVV.



Weglänge: ca. 4,6 km (einfach)
reine Gehzeit: je nach Schneelage ca. 2:00 Stunden (nur Hinweg)
Höhenunterschied: ca. 380 Meter
Höchster Punkt: Marienköpfl (1074 m)
Wegbeschaffenheit: Wanderung auf schneebedeckten Forstwegen, sowie einem kurzen Steig auf den Gipfel
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T1 – Wandern (kurzes Stück auf den Gipfel ist T2 – Bergwandern)
Lawinengefahr: keine, Route verläuft durch Wald; in der Klamm des Eibenseebaches evtl. Gefahr durch Eisbruch
Trittsicherheit erforderlich: ja, aber nur die letzten Meter auf das Marienköpfl
ausgesetzte Stellen: ja, aber nur am Marienköpfl
Familientauglichkeit: im Winter eher weniger geeignet
Barrierefreiheit: nicht bei Schnee
Empfohlene Ausrüstung: Winterwanderschuhe, je nach Schneelage auch Schneeschuhe + Stöcke, Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, Heißgetränke, Jause

Keine Einkehrmöglichkeit unterwegs, mehrere Möglichkeiten im nahen Fuschl am See.



Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.


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