Eiskapelle Hintersee im Winter – Natur erleben in der Fuschlseeregion

Auch im Winter ist die Eiskapelle beim Faistenauer Hintersee ein magischer Ort. Zieh dich warm an und begleite mich in diese abgeschiedene Welt aus Eis und Schnee. Es erwartet uns eine tiefgefrorene Winterlandschaft und eine spektakuläre landschaftliche Kulisse in absoluter Stille. Ein Erlebnisbericht.


Weihnachtsferien 2025/26: Der Winter hat Mitteleuropa fest im Griff. Selten genug. Das Thermometer zeigt eisige -6° Celsius an. Zwar ist heute ein freundlicher Tag, doch ich begebe mich nicht etwa in die wärmenden Sonnenstrahlen, sondern in den Dauerschatten der Berge.

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Die Eiskapelle beim Faistenauer Hintersee befindet sich in einer engen Schlucht im Talschluss eines kleinen Seitentales des von mir schon oft vorgestellten Hinterseetals in der Fuschlseeregion. Im Winter verirrt sich kein Sonnenstrahl hier hinein.

Der Weg ist nicht weit. Auf einer Forststraße geht es in das kleine Tal hinein, immer am Grießbach entlang. Schließlich zweigt ein schmaler Fußweg nach links ab, der nach einigen Minuten jäh endet. Von hier geht es weglos durch das breite Bachbett bis zur Eiskapelle.

ACHTUNG! Bei großen Neuschneemengen bitte nicht dem Bachbett nach hinten folgen! Es besteht akute Lawinengefahr! Bei einsetzendem Tauwetter besteht zudem die Gefahr von Eisschlag!


Was ist eine Eiskapelle?

Im Winter stürzen Lawinen über die steilen Felswände in die Schlucht, wo der Schnee liegen bleibt und sich nach und nach auftürmt. Wenn im Frühjahr die Schneeschmelze einsetzt, beginnen die Rinnsale, die sich nun von den Felswänden ergießen und zum Grießbach vereinen, langsam die am Talboden liegenden Schneemassen auszuhöhlen. Dadurch entstehen – je nachdem wie schneereich der Winter war – teils beeindruckende Höhlen aus Eis und Schnee. Und weil die Schlucht auch im Sommer sehr schattig ist, dauert es manchmal bis in den August hinein, bis alles abgeschmolzen ist. Regenreiche Witterung lässt die Eiskapelle dabei schneller zerfließen als sonniges Wetter. Doch Vorsicht: Diese spektakulären Höhlen können jederzeit einstürzen, es besteht Lebensgefahr. Ein kleiner Sicherheitsabstand ist deshalb ratsam.


Die Kälte hat bereits deutliche Spuren hinterlassen. Sie sind wunderschön anzusehen, das Eis im Bach, der Schnee auf den jungen Nadelbäumen, die erfrorene Vegetation. Doch an fotografieren ist vorerst nicht zu denken. Zu stark ist der Kälteschmerz in den Fingern nach der ersten kurzen Fotoserie. „Kann ich überhaupt weiter machen, oder soll ich lieber gleich wieder umkehren?“, so meine Überlegungen. Ich mache weiter. Erst den Kreislauf in Schwung bringen. Am Hinweg entstehen somit nur wenige Fotos. Die Kälte fühlt sich immer weniger schlimm an, je weiter ich dem Talschluss näher komme, obwohl dort hinten wahrscheinlich die kälteste Luft liegt.

Dann bin ich angekommen. Der Wald entlässt mich in das verschneite Bett des Grießbaches. Ich fühle mich gedanklich in die Welt von „Game of Thrones“ nördlich der Mauer versetzt. Es ist eine Welt aus Eis und Schnee. Alles ist weiß. Alles ist tot, erfroren in dieser Kältehölle. Selbst die Berge sind zu Eis erstarrt. Es ist wie in einer fremden Welt, lebensfeindlich aber trotzdem von einer unglaublichen Schönheit und Eleganz.

Und es ist mucksmäuschenstill. Kein Plätschern des Baches, kein Pfeifen des Windes, kein Singen der Vögel. Die Stille ist erdrückend. So etwas sind wir nicht gewohnt in unserer betriebsamen Welt. Die Stille ist auch einprägsam. Es ist sie, die mir am stärksten von diesem Naturerlebnis in Erinnerung bleiben soll.

Eis gibt es zwar genug, aber von einer Kapelle fehlt jede Spur. Zu gering bisher die Schneemengen dieses Winters. Auch hier hinten ist die Schneedecke keine zehn Zentimeter dick. Dennoch ist es ein wunderbares Wintererlebnis. Es braucht gar keine Schneemassen um die Landschaft in ein wunderbares weißes Kleid zu hüllen. Ein paar Zentimeter reichen oft schon und erleichtern die Fortbewegung und somit das Eintauchen in die Winterlandschaft ungemein.

Kalt sind meine Finger nach der Fotoserie in der frostigen Eiskapelle. Doch weil der Kreislauf nun in Schwung ist, wird rascher wieder warmes Blut in die Hände gepumpt. So kann ich auch am Rückweg ein paar Motive mitnehmen.

Das Genre bleibt zwar das gleiche, doch die Geschichte wechselt nun nahtlos hinüber zu „Herr der Ringe“. Oder ist der Berg dort hinten etwa nicht Mordor, das glutrot in der Ferne leuchtet?

Blick aus dem verschneiten Grießbachtal nahe dem Faistenauer Hintersee auf das Alpenglühen
Mordor leuchtet in der Ferne

Obwohl ich nicht wirklich friere, bin ich doch froh, wieder im Auto zu sitzen und den Heimweg anzutreten. Der Winter hat zwar absolut seine schönen Seiten, aber für allzulange Kälteabenteuer bin ich scheint’s nicht gemacht.

Erreichbar ist die Eiskapelle in etwa 30 Minuten vom Südende des Hintersees aus. Sie lässt sich hervorragend mit dem Hintersee Rundwanderweg verbinden. Eindrücke vom Sommer bleibe ich an dieser Stelle schuldig. Die kommen ein anderes mal in einem eigenen sommerlichen Beitrag.


Weglänge: ca. 3,4 km (in eine Richtung)
reine Gehzeit: ca. 1 Stunde (in eine Richtung)
Höhenunterschied: ca. 100 Meter
Wegbeschaffenheit: Wanderung auf Forst- und Spazierwegen, sowie im weglosen Gelände
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T1
Trittsicherheit erforderlich: am Hinweg nicht, bei der Eiskapelle ja (Bachquerungen auf Steinen)
ausgesetzte Stellen: nein
Familientauglichkeit: sehr gut geeignet
Kinderwagen: nur auf der Forststraße möglich, die Eiskapelle, sowie der letzte Wegabschnitt, sind nicht geeignet.
Koordinaten des Startpunktes: 47.738383 13.259799

Es gibt (im Winter) keine Einkehrmöglichkeiten bei dieser Wanderung.


Klick auf die Karte, um zur Tourenbeschreibung auf outdooractive inkl. Track zum downloaden und nachwandern zu gelangen!


Auf der Hintersee Landesstraße in Richtung Hintersee fahren. Etwa 1 km nach der Ortschaft Vordersee befindet sich der Parkplatz Hirschpoint auf der linken Straßenseite.

Kostenpflichtiger Parkplatz beim Badeplatz Hirschpoint – Tagesticket: € 5,- (Stand von 2026); Ticketautomat akzeptiert Bar- und Kartenzahlung
kostenlose Parkplätze nur sehr begrenzt beim Tauglzipf an der Hauptstraße

Regionalbusse der Linie 157 verkehren regelmäßig zwischen Hintersee und Faistenau bzw. Hof bei Salzburg. Von dort besteht Anschluss zu den Linien 155 (Mo-Sa) oder 150 (Sonn- und Feiertage) nach Salzburg Hbf. Die Bushaltestelle „Hintersee Tauglbrücke“ befindet sich fast direkt am Hintersee Rundwanderweg. Die Fahrzeit ab Salzburg beträgt etwa eine Stunde.

Genaue Fahrzeiten und Verbindungen finden sich auf der Webseite des SVV.



Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.


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2 Kommentare zu „Eiskapelle Hintersee im Winter – Natur erleben in der Fuschlseeregion

  1. Avatar von Anja

    Wow, was für eine schöne Eislandschaft. Und ja, ein bisschen sieht der Berg wie Mordor aus 🙂

    Beim Lesen des Textes und dem Anschauen der Bilder überkam mich direkt der Wunsch auch dorthin zu fahren, um die Natur dort zu erleben. Danke fürs Mitnehmen 🙂

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    1. Avatar von Alex

      Vielen Dank! Ja, kann ich nur empfehlen! In den nächsten Tagen dürfte es aber gefährlich sein dort hinten – große Neuschneemengen und Tauwetter. 😉

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