Kobernaußerwarte und Wiener Höhe: Wandern im Kobernaußerwald – Erlebe die Natur im Innviertel

Beeindruckende Ausblicke von der Kobernaußerwarte, eine farbgewaltige Herbststimmung und eine gemütliche Waldwanderung vereinen sich zu einem großartigen Walderlebnis. Komm mit auf eine spätherbstliche Erkundungstour in die Weite und Stille des Kobernaußerwaldes.


Im November 2022 haben wir den Kobernaußerwald in Oberösterreich näher erkundet. Mit einer herbstlichen Wanderung in Friedburg haben wir erst etwas hineingeschnuppert, um eine Woche später tief in das Waldgebiet einzutauchen. Von der beeindruckenden Kobernaußerwarte haben wir uns dafür zunächst einen Überblick von oben verschafft, anschließend ging es für eine kleine Wanderung mitten hinein in den Wald.

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Der Kobernaußerwald:

Mit einer Fläche von etwa 300 Quadratkilometern ist der Kobernaußerwald eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas. Wir befinden uns im Innviertel, dem westlichsten Teil Oberösterreichs. Aus geologischer Sicht handelt es sich um ein niedriges, maximal 777 Meter hohes Mittelgebirge aus Schotterbänken eines prähistorischen Flusssystems. Schier endlose Wälder paaren sich hier also mit sanften Hügeln zu einem großartigen Wander- und Erholungsgebiet.

Blick von der Kobernaußerwarte auf die Alpen
Der Kobernaußerwald, dahinter die Alpen

Kobernaußerwarte

Der Hauptverbindungsweg zwischen Ried im Innkreis und Salzburg führt mitten durch den Kobernaußerwald. An der höchsten Stelle dieser Straße, dem 764 Meter hohen Steiglberg, wurde bereits 1929 ein hölzerner Aussichtsturm errichtet. Die heutige Warte ist aus Beton und stammt aus dem Jahre 1969. Die Aussichtsplattform des 30 Meter hohen Turms wird über eine Wendeltreppe erklommen. Für jemanden mit Höhenangst ist diese Aussichtswarte einigermaßen gut zu meistern. Die Treppe nimmt den meisten Platz im Inneren des zylindrischen Turms ein, so dass nur noch ein verhätnismäßig kleiner Schacht in der Mitte bleibt. Auch über diesen kann man kaum abstürzen, wird er doch fast zur Gänze durch ein Gestänge aus Stahlleisten ausgefüllt, an dem die Bilder einer Fotoausstellung montiert sind. Die Plattform selbst ist von einer beinahe brusthohen Betonwand umgeben, so dass der unmittelbare Blick in die Tiefe versperrt ist.

Der Blick in die Ferne ist ein echtes Erlebnis. An klaren Tagen kann man vom Böhmischen bzw. Bayrischen Wald im Norden bis zu den Nordalpen im Süden blicken. Watzmann, Tennengebirge, Dachstein und Totes Gebirge bilden dort den Horizont, davor sind sämtliche Gipfel der Voralpen auszumachen. Auch das gesamte Ausmaß des Kobernaußerwaldes wird von hier sichtbar. Panoramatafeln erläutern, was man genau sieht. Kinder sind leider stark benachteiligt, sie müssen hochgehoben werden, damit sie überhaupt etwas sehen können.


Wanderung auf die Wiener Höhe (755 m):

Beim Blick von oben bekommt man gleich Lust, in den tiefen Wald einzutauchen. Genau das wollen wir jetzt auch machen. Dazu fahren wir ein kurzes Stück zurück Richtung Salzburg und zweigen bald rechts nach St. Johann am Walde ab. Nach kurzer Zeit führt eine Forststraße links in den Wald. Einige Parkmöglichkeiten bieten sich entlang dieser Straße, die bis zur ersten Wegkreuzung frei befahren werden darf.

Die Wegkreuzung ist sogleich auch der Ausgangspunkt für unsere kleine Waldwanderung. Wir folgen der Straße mit dem Schild „Alte Riederstraße“. Tatsächlich war dies einst der Hauptverbindungsweg durch den Kobernaußerwald. Warum sie ausgerechnet hier oben über die Kuppen verlief und nicht unten im Tal, so wie die neue Straße, können wir nur mutmaßen. Unser Tipp ist, dass es in den Senken früher vielleicht zu sumpfig für eine Straße war.

Der Höhenweg bringt uns bergauf und bergab mit nur leichten Steigungen und geringen Höhenunterschieden in einer Stunde zur Wiener Höhe, mit 755 Metern nach dem Steiglberg (764 m) die höchste Erhebung im näheren Umkreis.

Wir durchqueren sehr abwechslungsreiche Waldlandschaften, immer wieder unterbrochen von Lichtungen, die auch den einen oder anderen Weitblick auf die Alpen gewähren. Wer im Herbst hier wandert, sieht aufgrund der entlaubten Bäume natürlich mehr als im Sommer. Zudem entfesselt die tiefstehende Novembersonne ein wahres Farbspektakel. Alles leuchtet in warmen Ocker- und Rottönen. Die Fichte soll im Kobernaußerwald einen Anteil von 70 bis 80 Prozent haben. Doch hier am Höhenweg wandern wir durch erstaunlich viel Laubmischwald, mit Buche und Ahorn.

Ein Schild sagt uns schließlich, dass wir die Wiener Höhe erreicht haben und wir wandern den selben Weg wieder zurück. Wobei die Landschaft, die wir bisher nur mit der tiefstehenden Sonne im Gesicht gesehen haben, mit der Sonne im Rücken nochmals ganz anders aussieht.

Die Wiener Höhe im Kobernaußerwald
Ziel erreicht!

Wer möchte, kann auch eine längere Rundtour daraus machen: Einfach den Weg über die Wiener Höhe weiterwandern bis zu einer Abzweigung. Diese führt rechts hinunter in den Weißbachgraben. Durch den Graben erfolgt der Rückweg zum Parkplatz.

Fazit:

Die Kobernaußerwarte ist ein absolutes Muss für alle, die dem Kobernaußerwald einen Besuch abstatten möchten. Die Wanderung auf die Wiener Höhe ist ein gemütlicher, kinderwagentauglicher Spaziergang für die ganze Familie und vor allem im Herbst ein großartiges Walderlebnis.

Weitere Impressionen findest du unter dem Infoblock!


Weglänge: ca. 8 km (hin & retour)
reine Gehzeit: ca. 2:00 – 2:30 Stunden (hin & retour)
Höhenunterschied: ca. 100 Meter (insgesamt)
Wegbeschaffenheit: Wanderung auf breiten Forstwegen
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T1 – Wandern
Trittsicherheit erforderlich: nein
ausgesetzte Stellen: nein
Familientauglichkeit: hervorragend geeignet für Kinder jeden Alters
Kinderwagen: sehr gut geeignet
Koordinaten des Startpunktes: 48.084938 13.331064

Direkt neben der Aussichtswarte befindet sich der Turmwirt. Dieser ist derzeit (Stand 10/2025) jedoch geschlossen. Auf der Wanderung zur Wiener Höhe bestehen keine Einkehrmöglichkeiten.



Die Kobernaußerwarte liegt auf der Steiglberghöhe direkt an der Kobernaußer Landesstraße (L508) zwischen Ried im Innkreis und Salzburg und ist kaum zu verfehlen.
Für die Wanderung auf die Wiener Höhe von der Kobernaußer Landesstraße in Richtung St. Johann am Walde abzweigen und nach ca. 1,5 km in einer Rechtskurve nach links in eine Forststraße einbiegen. Wer diese Abzweigung verpasst, bekommt unmittelbar danach noch eine zweite Chance! 😉

Parkplatz direkt an der Aussichtswarte, sowie Parkmöglichkeiten entlang der Forststraße beim Ausgangspunkt der Wanderung auf die Wiener Höhe.

Die Kobernaußerwarte ist mit Öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar.
Der Ausgangspunkt der beschriebenen Wanderung ist mit Öffis ebenfalls nicht erreichbar. Auf die Wiener Höhe kann man auch vom Ort Schneegattern aus wandern, der zumindest an Wochentagen an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen ist. Dies ist dann aber eine völlig andere Wanderung.


Weitere Impressionen aus dem herbstlichen Kobernaußerwald:


Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.


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1 Kommentar zu „Kobernaußerwarte und Wiener Höhe: Wandern im Kobernaußerwald – Erlebe die Natur im Innviertel

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