Erlebe die abgeschiedene Königsbergalm im Winter! Die weite Schneelandschaft am Fuße des Königsberger Horns bietet absolute Ruhe inmitten einer idyllischen Winterlandschaft in der Fuschlseeregion. Der Weg dorthin ist auch im Winter gar nicht schwer. Ein Tourenbericht.
Tourenbeschreibung in aller Kürze:
Ausgangspunkt: Siedlung Unterzagl bei Hintersee
Auf der Forststraße geht es immer der Beschilderung folgend zur Königsbergalm, die - je nach Schneelage - in etwa zwei Stunden erreicht ist. Der letzte Abschnitt führt über schneebedeckte Almwiesen zu den Almhütten. Rückweg = Hinweg
Tourdaten: ca. 10 km, 470 Hm, ca. 3:00 Std., SAC-Wanderskala: T2 bzw. WT2
Fazit: Winteridylle pur auf der Königsbergalm, sonnige Abschnitte und zahlreiche Ausblicke
Info: nur bei Schneearmut als Winterwanderung geeignet, meist sind Schneeschuhe nötig
Ausführliche Tourenbeschreibung mit vielen Bildern:
Normalerweise benötigst du für diese Tour Schneeschuhe. Doch im äußerst schneearmen Winter 2024/25 sind diese zumeist hinderlich denn hilfreich. Dabei ist es nicht so, dass dieser Winter bisher wärmer wäre, als jene der letzten Jahre. Es kommt einfach nur so gut wie kein Niederschlag bei uns an.
Heute ist es allerdings tatsächlich ungewöhnlich warm. Kräftiger Föhn lässt die Temperaturen klettern. Selbst im ansonsten eher kühlen Hinterseetal zeigt das Thermometer bei meiner Ankunft 12 Grad Plus. Noch hält sich am Talboden eine geschlossene Schneedecke, als ich die Siedlung Unterzagl kurz nach dem Ort Hintersee erreiche. Ganz anders die Südhänge des Tales: Sie sind schon seit Längerem komplett schneefrei bis hinauf zu den Gipfeln.

Bevor es losgeht: Nahrung ist im Winter rar für Wildtiere. Jede Flucht vor Menschen, die in ihre Lebensräume eindringen, verbraucht Energie, die ihnen am Ende für das Überleben dieser kargen Zeit fehlen könnte.
➡ Bleib deshalb bitte auf den Wegen und vermeide unnötigen Lärm!
Aufstieg über die Forststraße mit interessanten Ausblicken
Auf einer stark vereisten Forststraße starte ich meine Tour, vorbei an den wenigen Häusern der Siedlung.

Die Straße zieht sogleich den Hang hinauf und wird eisfrei. Abgesehen von ein paar kurzen Abschnitten soll sie dies auch für die nächsten etwa 350 Höhenmeter bleiben. Nach der ersten Steigung verstaue ich meine Jacke gleich mal im Rucksack. Dort sollte sie bis zur Königsalm auch bleiben. Die Forststraße verläuft zunächst oberhalb des Schafbaches, der sich durch seine tiefe Schlucht unter mir windet, wendet sich dann aber dessen Seitenast, dem Marchgraben, zu. Auf einer Brücke wird dieser schließlich überquert.








Wanderte ich bis jetzt ausschließlich durch Wald, ist nun bald eine größere Lichtung erreicht. Hier öffnet sich der erste Blick auf Gruberhorn (1.732 m) und Regenspitz (1.675 m) im Süden, sowie den markanten Schmittenstein (1.695 m). Und natürlich darf auch der Feichtenstein (1.249 m) nicht unerwähnt bleiben, dessen beeindruckende Felswand sich gleich auf der gegenüberliegenden Seite des Hinterseetals erhebt, der mir aber seine dunkle Schattenseite um diese Tageszeit zuwendet.



Am Ende dieser Lichtung gelange ich zu einer Wegkreuzung. Geradeaus könnte ich zur Schafbachalm wandern, heute steht jedoch die Königsbergalm auf dem Plan. Die Forststraße macht eine scharfe Rechtskurve und führt wieder in den Wald. Nicht lange und es eröffnet sich der erste freie Blick auf den Königsberg mit dem Königsberger Horn (1.621 m) als höchsten Gipfel.

Die Trasse führt nun am Südwesthang oberhalb des Marchgrabens entlang. Rechts geht es steil bergab, links ebenso steil bergauf. Auf diesem Abschnitt gilt es auf Steinschlag aufgrund von Schneeschmelze und Frostsprengung zu achten. Hier könnte unter Umständen auch Lawinengefahr herrschen, zumindest unterhalb der kahlgeschlagenen Flächen. Dazu braucht es aber natürlich Schnee, von dem heute weit und breit keine Spur zu sehen ist. Vorbei an zahlreichen kleineren Bächen geht es sehr sonnig weiter bergauf, das Königsberger Horn immer im Blick.

Erst ab etwa 1.100 Meter Meereshöhe betrete ich endgültig das Reich von Schnee und Eis. Interessant ist aber, dass die Straße vom Schnee geräumt ist, vermutlich um den Abtransport des Holzes, welches ja gerade im Winter geschlagen wird, zu erleichtern. Die Fahrbahn ist allerdings sehr stark vereist und praktisch nicht begehbar. Doch am Straßenrand komme ich zumeist ganz gut voran, auch wenn Spikes oder Grödeln sicherlich hilfreich wären. Der Grund für den plötzlichen Übergang in Schnee ist nicht etwa, dass es hier oben wesentlich kälter wäre, sondern weil ich nun langsam aber sicher in den Schatten des Königsbergs gelange.








Schneestapfen auf der Königsbergalm – Das Abenteuer beginnt
Bald darauf erreiche ich den nördlichen Rand des Almgebiets. Nun zweigt ein beschilderter Almweg nach rechts von der Forststraße ab. Dieser ist selbstverständlich nicht geräumt.

Hier beginnt nun ein Abenteuer in einer fantastischen Winterlandschaft, auch wenn die Bäume natürlich längst frei von Schnee sind. Wanderer haben bereits einen Trampelpfad in die weite schneebedeckte Landschaft gezeichnet. Dadurch ist der Schnee in der Spur etwas komprimiert und lässt mich nicht so tief einsinken, zumindest auf dem Hinweg. Ein Abgleich mit dem GPS zeigt mir, dass mich die Spuren nicht in die Irre leiten. Nach einer kleinen Kuppe kommen auch schon die ersten Gebäude in Sicht. Der höchste Punkt meiner Wanderung ist mit etwa 1.225 Metern Meereshöhe kurz vor den Almhütten erreicht.





Einige Hütten liegen sogar noch in der Sonne! Auf der Terrasse der Grundnerhütte genieße ich die letzten Strahlen, ehe auch hier die Sonne hinter dem Königsberg verschwindet. Es ist ein wunderschöner geschützter Ort, die Königsbergalm, eingebettet in eine sanfte Landschaft, durchbrochen nur vom schroffen Königsberger Horn im Westen. Im Süden fällt der Blick auf den Hohen Zinken (1.764 m) und das Osterhorn (1.746 m), welche immer noch auf meiner Bucketliste stehen. Im Norden steigt das Gelände ganz allmählich an zum Illingerberg (1.479 m), und nach Osten hin erstreckt sich der weite Königsbergwald.











Ich kann mich kaum sattsehen an dieser fantastischen Landschaft, die ich komplett für mich alleine habe. Doch die Zeit ist leider nicht mein Freund, denn es ist schon fast 15 Uhr, also nur noch etwa eineinhalb Stunden bis zum Sonnenuntergang. Genauso lange soll laut Beschilderung auch der Abstieg nach Hintersee dauern. Allerdings, wie mir erst im Nachhinein bewusst wird, ist damit die Wegzeit bis in den Ort gemeint, nicht bis zu meinem Ausgangspunkt. Alles in allem sollte ich nach etwa einer Stunde wieder zurück am Parkplatz sein.
Rückweg in den letzten Sonnenstrahlen
Doch der Rückweg über die schneebedeckte Almfläche entpuppt sich als durchaus beschwerlich. Ich kann nur vermuten, dass aufgrund des anhaltenden Tauwetters der Schnee seit meinem Hinweg weicher geworden ist. Jedenfalls sinke ich am Weg zurück deutlich stärker ein. Fast bei jedem zweiten Schritt breche ich unterschenkeltief durch die Schneedecke. Schneeschuhe wären hier klar von Vorteil gewesen. So bin ich ziemlich erleichtert, als ich wieder die geräumte Forststraße erreiche.


Steckenbleiben ist hier kein Thema. Ganz im Gegenteil: Auf der spiegelglatten Fahrbahn kann ich einmal nur ganz knapp einen Sturz vermeiden. Ansonsten komme ich aber recht problemlos hinunter. Bald trete ich auch wieder aus dem Schatten des Königsberges hinaus und wandere im Sonnenschein. Unten im Tal ist bereits endgültig der Schatten eingefallen und so genieße ich die letzten Sonnenstrahlen auf meinem Weg nach unten.








Dort angekommen, stelle ich fest, dass die Schneedecke in den wenigen Stunden, in denen ich oben am Berg war, sehr stark gelitten hat. Das Eis auf der Fahrbahn ist aufgeweicht und die Langlaufloipen, die sich durch das Tal schlängeln, sind stellenweise schon ganz braun und kaum noch zu benutzen. Mein Auto verrät mir, dass es immer noch zwölf Grad hat.
Fazit meiner Winterwanderung auf die Königsbergalm:
Wer Ruhe und Einsamkeit in einer fantastischen Winterlandschaft sucht, wird sie auf dieser abgeschiedenen Alm finden.
Tourdaten:
Weglänge: ca. 10 km (Hin & retour)
reine Gehzeit: ca. 2:00 Stunden im Aufstieg und 1:00 Stunde im Abstieg = insgesamt 3:00 Stunden, abhängig von Schneelage und Wegbeschaffenheit
Höhenunterschied: ca. 470 m
Wegbeschaffenheit: Wanderung auf (zumindest teilweise) schneebedeckten Forst- und Almwegen
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T2 – Bergwanderung oder WT2 – Schneeschuhwanderung
Trittsicherheit: auf Schnee und Eis unbedingt erforderlich
ausgesetzte Stellen: nein
Familientauglichkeit: im Winter nicht familientauglich
Barrierefreiheit: nein
Lawinengefahr: kann stellenweise nicht ganz ausgeschlossen werden ➡ generelle Lawinensituation beachten!
Sonstige Gefahren: stellenweise Gefahr von Steinschlag oder Eisbruch
Empfohlene Ausrüstung: Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, Wechselshirt, Getränke, Jause, Wanderstöcke für besseres Gleichgewicht auf Eis und Schnee, Grödeln oder Spikes bei vereisten Verhältnissen, optional: Schneeschuhe für das letzte Stück über die Alm, oder wenn die Forststraße nicht geräumt sein sollte.
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Anreise:
mit dem Auto:
Von der B158 (Wolgangseestraße) in Hof bei Salzburg im Kreisverkehr bei Baderluck die Ausfahrt Richtung Faistenau/Hintersee nehmen und dieser Straße bis Hintersee folgen. Den Ort durchqueren und nach etwa einem Kilometer links nach Unterzagl bzw. Aschau abbiegen.
Adresse für Navi: Lämmerbach 85, 5324 Hintersee
Koordinaten: 47,7135°N 13,3036°E
Parken:
Die große Schotterfläche gleich neben dem Lämmerbach ist zwar kein offizieller Parkplatz sondern ein Holzlagerplatz, das Parken ist jedoch (Stand 01/2025) nicht explizit verboten und er wird auch regelmäßig von Berg- und Wintersportlern als Parkplatz genutzt. Ansonsten kann man auch im etwa 1 km entfernten Ortszentrum von Hintersee gegen Gebühr parken.
mit Öffis:
Regionalbusse verkehren stündlich zwischen der Stadt Salzburg und Hintersee-Aschau. Die Fahrtzeit beträgt ca. eine Stunde inklusive Umstieg in Faistenau (unter der Woche) oder in Hof bei Salzburg (an Wochenenden). Von der Haltestelle wenige Minuten Fußweg bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Genaue Fahrzeiten finden sich auf der Webseite des SVV.
Einkehrmöglichkeiten:
Im Winter keine Möglichkeit unterwegs, im nahen Ort Hintersee gibt es zwei Gasthäuser
Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.
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