Die Weißbachfälle bei Schneizlreuth mit Kleinkind – Kindertragetouren #1

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4–6 Minuten

Von Weißbach a.d. Alpenstraße wandern wir zu den spektakulären Weißbachfällen. Der Weg am Bach entlang ist idyllisch und wenig anspruchsvoll. Nur am Wasserfall ist auf den oft nassen Holzstufen Vorsicht geboten. Wer Wasserfälle mag, wird an den Weißbachfällen auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.


Ende Mai/Anfang Juni 2024 bringen große Regenmengen im süddeutschen Raum. Doch im Vergleich zu vielen anderen Gebieten bleiben der Südosten Bayerns und das Salzburger Land vom Hochwasser zum Glück verschont. Solch eine intensive Regenphase eröffnet jedoch immer perfekte Möglichkeiten, um Wasserfälle und Wildbäche in ihrer vollen Kraft zu erleben.

So zieht es uns heute nach Weißbach an der Alpenstraße. Wir haben Glück: Der kleine Ort ist normalerweise von Touristen, die auf der Deutschen Alpenstraße unterwegs sind, stark überlaufen. Weil diese Straße aber aufgrund von Bauarbeiten derzeit komplett gesperrt ist, und der Verkehr großräumig umgeleitet wird, wirkt es heute fast wie ausgestorben.

Beim Rathaus unmittelbar an der Hauptstraße ist ein Parkplatz somit rasch gefunden. Dieser befindet sich auch direkt am Weißbach, der die Hauptattraktion unseres heutigen kleinen Ausfluges darstellt.
Unser Ziel: Die Weißbachfälle. Die Gehzeit ist mit fünfzig Minuten ausgeschildert, was wir mit unserer kleinen Tochter in der Rucksacktrage sicher locker überbieten werden. Im Endeffekt sollten wir insgesamt mehr als drei Stunden unterwegs sein, inklusive Pausen versteht sich.

Der Weißbach

Der Weg – wir folgen heute übrigens einem Teilstück des SalzAlpenSteigs, der vom Chiemsee in 18 Etappen zum Hallstättersee führt – verläuft erst etwas eintönig am begradigten Bach entlang und ist zunächst auch kinderwagentauglich. Nach etwa einem Kilometer stoßen wir auf den asphaltierten „Reiterweg“, welcher den Weißbach überquert. Hier gibt es auch einen kleinen Wanderparkplatz. Der wäre wohl die bessere Wahl gewesen, dann hätten wir uns zwei Kilometer (hin & retour) an nicht sehr abwechslungsreichem Weg erspart.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten, wie es weitergehen kann: Die erste verbleibt am linken Bachufer, also auf der Seite, auf der wir uns gerade befinden. Ein Pfad führt durch den Wald hinauf zur Deutschen Alpenstraße. Dieser folgen wir für ein paar hundert Meter, ehe uns eine Stichstraße wieder hinunter zum Bach führt. Auf einem äußerst schmalen, halb verfallenen Steig geht es in weiterer Folge direkt am Ufer entlang. Halte dich einfach an die schon etwas in die Jahre gekommenen hölzernen Wegweiser!

Die zweite Variante quert auf der Reiterbrücke den Weißbach und biegt sogleich rechts in eine Seitenstraße ein, welche zur Trasse der ehemaligen Waldbahn führt. Dabei handelte es sich um eine Schmalspurbahn, die zum Transport von Holz benutzt wurde und oberhalb des rechten Weißbachufers verlief. Besonderer Höhepunkt dieser Route ist ein circa einhundert Meter langer Tunnel, den es zu durchqueren gilt. Folge einfach der Beschilderung des SalzAlpenSteiges für diese Variante!

Tunnel auf der Trasse der ehemaligen Waldbahn

💡 Wir haben übrigens das Maximum herausgeholt und Variante eins für den Hinweg und Variante zwei für den Rückweg gewählt.

An einer schmalen Brücke über den Weißbach treffen beide Routen dann wieder aufeinander. Ab hier wird der Weg nun deutlich idyllischer und verläuft immer am Ufer entlang.

Nach einiger Zeit kündigen sich die Weißbachfälle bereits lautstark an. Tosend wälzen sich die Wassermassen durch das felsige Bachbett. Dann beginnt der Treppenweg hinauf zum Wasserfall, der – soweit man es einsehen kann – aus zwei Stufen besteht, die beide bald in Sichtweite kommen.

Ein weiterer Treppenweg führt vom Hauptweg hinunter zur Prallzone des oberen und der Fallkante des unteren Falls. Aufgrund der Gischt ist dieser Steig allerdings extrem rutschig und nichts, was man mit dem Kind am Rücken machen sollte!

Diesen Ort habe ich im Winter 2023 schon einmal vorgestellt, als eines der Highlights der Falkensteinrunde in Inzell. Nun führt er natürlich viel mehr Wasser als damals. Von Hochwasser fehlt allerdings weit und breit jede Spur in diesem Teil Bayerns. Der Platz direkt am Wasserfall ist aber auch so beeindruckend genug.

Der Wasserfall ist übrigens bei diesen Bedingungen auch kein guter Ort für eine Pause. Es ist laut und ein feiner Sprühregen überzieht alles mit einem Wasserfilm. Außerdem gibt es in dem steilen Gelände keinen Platz, wo unsere Kleine etwas herumkrabbeln könnte. So entschließen wir uns, nach ein paar Fotos gleich wieder den Rückweg anzutreten.

Die Weißbachfälle sind bei entsprechendem Wasserstand sehr beeindruckend und man gelangt relativ einfach bis zur Prallzone des Hauptfalls, wo einem die Wassermassen fast über die Füße fließen. Der Weg entlang des Weißbaches ist zwar idyllisch, aber nicht sehr abwechslungsreich.

💡 Als Ausgangspunkt empfehle ich nicht jenen, den wir gewählt haben, sondern den unten in der Infobox angeführten. Das erspart einiges an eher monotonem Weg. Wer hingegen nur den Wasserfall auf kürzestem Wege besuchen möchte, kann auch am (gebührenpflichtigen) Wanderparkplatz Zwing oberhalb der Wasserfälle starten und erreicht von dort in etwa 20 Minuten das Ziel.


Von der Deutschen Alpenstraße (B305) im Ortsgebiet von Weißbach a.d. Alpenstraße auf den Reiterweg abbiegen (Beschilderung zur Harbachalm, Kaitlalm und Bichleralm). Der Wanderparkplatz befindet sich nach wenigen Metern auf der rechten Straßenseite.
Adresse für Navi: Wanderparkplatz Reiterbrücke, Reiterweg, 83458 Schneizlreuth, Deutschland
Plus Code: PQG6+97 Schneizlreuth, Deutschland
Koordinaten: 47°43’33.0″N 12°45’38.7″E

Kostenlose Parkplätze direkt am Ausgangspunkt.

Der RVO-Bus Linie 9526 verkehrt mehrmals täglich zwischen Traunstein und Bad Reichenhall via Weißbach a.d. Alpenstraße. Die Haltestelle „Schelzlreuth-Weißbach Dufterwirt“ befindet sich etwa 5 Gehminuten vom Ausgangspunkt entfernt.

Genaue Fahrzeiten finden sich auf der Webseite des RVO.



Weglänge: ca. 3,2 km (hin & retour)
reine Gehzeit: ca. 1:00 – 1:30 Stunden (insgesamt)
Höhenunterschied: ca. 60 Meter
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T2 – Bergwandern
Wegbeschaffenheit: Wanderung meist auf Spazierwegen, beim Wasserfall auf rutschigem Steig mit nassen Holzstufen
Trittsicherheit erforderlich: ja
Absturzgefahr: nein
Familientauglichkeit: sehr gut geeignet
Barrierefreiheit: nein
Empfohlene Ausrüstung: Wander- oder Trekkingschuhe, Teleskopstöcke für besseres Gleichgewicht mit der Rückentrage, Trinkwasser

keine Einkehrmöglichkeit entlang der Strecke; In Weißbach gibt es einige Gasthäuser.


Totholz im Bachbett des Weißbaches
Am Weißbach herrscht feuchtes Mikroklima
Die Gischt beim Weißbachfall lässt im Nu die Kameralinse beschlagen

Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.


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