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Auf breiten, durchwegs schattigen Spazierwegen geht es mit dem Kinderwagen rund um den Falkenstein bei Inzell im bayrischen Chiemgau. Vorbei an gleich drei malerischen Seen wandern wir dabei ohne Anstrengung durch abwechslungsreiche und idyllische Landschaft.
Frische Luft und der Kontakt zur Natur ist auch für die Allerkleinsten unverzichtbar für eine gesunde Entwicklung, selbst wenn sie davon vielleicht noch nicht allzuviel mitbekommen. Aber mit Kinderwagen stellt es sich nicht immer einfach dar, in die Natur zu gelangen. Denn sie ist selten barrierefrei. In dieser Serie werden die schönsten Naturwanderungen und Spaziergänge mit Kinderwagen im Salzburger Land und darüber hinaus vorgestellt.
Ich hab’s zwar angekündigt, dass ich auch im Sommer einmal hier her kommen werde, dass es aber so bald sein würde – gerade mal ein halbes Jahr ist vergangen seit meinem Besuch im Winter – hätte auch ich nicht gedacht. Die Rede ist vom Falkensteinrundweg im Bayrischen Inzell.
Nach den Gewittern der letzten Tage ist heute erneut ein heißer Tag und die Temperaturen klettern schon wieder in Richtung der 30 Grad Marke. Nicht so in Inzell. An der Eisarena angekommen, zeigt das Außenthermometer angenehme 25 Grad. Ob das etwa die Abstrahlung der Eisarena sein kann, die ja auch im Sommer in Betrieb ist? 😉
Draußen ist es warm, aber nicht heiß – zumindest im Schatten. Unsere Route ist genau die gleiche wie vor einem halben Jahr, weshalb ich für die Wegbeschreibung an den Beitrag vom Winter verweise.
Falkensteinrunde Inzell – Winterwandern im Chiemgau
Schon länger stand die Falkensteinrunde in Inzell auf meiner Liste. Warum? Ganz einfach: Welche Wanderung kann schon mit drei Seen innerhalb von zwei Stunden aufwarten? Dazu kommt auch noch ein…
Eine Veränderung gibt es dann doch: Den Weißbachfall lassen wir aus, weil mit dem Kinderwagen nicht erreichbar. Allerdings dürfte auch so gut wie kein Wasser darin sein, da der Hauptzufluss, den wir bald in Richtung „Foudawogn“ – einem Imbiss, nur wenige hundert Meter vom Rundweg entfernt – überqueren, staubtrocken ist. Trotzdem interessant, so ein ausgetrocknetes Bachbett.

💡 den Wasserfall haben wir ein Jahr später – also im Sommer 2024 – mit der Rucksacktrage besucht. Den Bericht darüber gibt es in einem eigenen Beitrag.
Nach einer ordentlichen Stärkung mit Burger & Pommes geht es weiter Richtung Falkensee. Auffällig ist, dass heute nur sehr wenige Wanderer unterwegs sind, dafür umso mehr Radfahrer. Tja, seit es E-Bikes gibt, boomt das Fahrradfahren so richtig. Die Möglichkeit, ohne große Anstrengung an Orte zu gelangen, die bisher nur Wanderern und einer Handvoll versierten Mountainbikern vorbehalten waren, lockt scharenweise E-Biker in die Natur. Natürlich ist der flache Falkensteinrundweg auch problemlos mit dem ausschließlich muskelbetriebenen Fahrrad befahrbar. Aber das E-Bike macht aus einem Verkehrsmittel immer mehr einen Freizeitsport für die Masse. Ich will das auch gar nicht schlecht reden, aber was mich beim E-Bike-Boom am meisten stört, ist, dass man ständig auf der Hut sein muss, nicht von mit Affenzahn daher brausenden E-Bikern über den Haufen gefahren zu werden und somit nicht mehr in Ruhe Landschaft und Natur genießen kann. Aber das ist vielleicht einfach nur mein Thema, dass ich mich von solchen Störfaktoren zu sehr beeinträchtigen lasse.
Bald erreichen wir den wunderschönen Falkensee, ein Ort, an dem es sich besonders gut verweilen lässt, der aber auch – als absolutes Highlight der gesamten Wanderung – entsprechend besucht ist.





Gegen Ende der Runde gibt es abermals eine Abänderung der Route vom Winter, denn der Weg durch den Hangwald ist nicht kinderwagentauglich. Ein Umweg von etwas mehr als einem Kilometer ist also notwendig. Er ist aber gut beschildert.
Entgegen der Wetterprognose verdichten sich die Wolken immer stärker, je länger die Wanderung andauert. Als wir wieder an der Eisarena ankommen, geraten wir sogar in einen kurzen Regenschauer.
In weiterer Folge möchte ich ein paar Bilder vom Sommer und vom Winter gegenüberstellen. Welche sagen dir mehr zu?








Ich persönliche gebe in diesem Fall den Winterfotos den Vorzug. Das liegt aber nicht daran, dass ich den Winter lieber mag, sondern dass die Lichtverhältnisse da einfach besser sind. Im Sommer kommt es sehr stark auf die Tageszeit drauf an. Da wir unsere Kinderwagentouren meist um die Tagesmitte beziehungsweise am frühen Nachmittag machen, ist das Fotolicht oft nicht ideal. Nicht ohne Grund heißt es: „Zwischen 11 und 3, hat der Fotograf frei.“ Das gilt allerdings nur zwischen April und September und bei Sonnenschein. Im Juni und Juli würde ich sogar noch jeweils eine Stunde davor und danach hinzufügen.
Fazit der Falkensteinrunde mit Kinderwagen:
Am Ende muss ich es doch zugeben: Wir hatten den Kinderwagen gar nicht dabei, die Wanderung war eine reine Tragetour! Das kann ich im Nachhinein jedoch überhaupt nicht empfehlen, denn die Tour ist für die Bauchtrage eigentlich zu lange. Auch wenn dein Kind – so wie unseres zu dieser Zeit – nicht gerne im Kinderwagen liegt, ist es doch gut, wenn man es zumindest zwischendurch auch einmal ablegen kann.
Ansonsten gilt das, was ich im Winter schon geschrieben habe: Ein Spaziergang in wunderschöner Natur durch abwechslungsreiche Landschaft mit vielen Highlights.
Das macht die Falkensteinrunde zur idealen Kinderwagentour:
⭐ Viel Natur und idyllische Landschaft
⭐ breite, ebene und meist schattige Spazierwege
⭐ viele Orte, an denen man auch gerne etwas verweilen mag

Anreise:
mit dem Auto:
Von der A8 (München-Salzburg) an der Ausfahrt Traunstein/Siegsdorf abfahren und auf der B306 (Deutsche Alpenstraße) weiter nach Inzell fahren. Kurz vor dem Ortsende von Inzell links zur Max Aicher Arena abbiegen.
Adresse für Navi: Reichenhaller Str. 79, 83334 Inzell, Deutschland
Plus Code: QQ32+3J Inzell, Deutschland
Koordinaten: 47.7518, 12.7508
Parken:
Kostenlose Parkplätze direkt am Ausgangspunkt.
mit Öffis:
Der RVO-Bus Linie 9526 verkehrt mehrmals täglich zwischen Traunstein und Bad Reichenhall via Inzell. Die Haltestelle Zwingsee Eisstadion befindet sich etwa 5 Gehminuten vom Ausgangspunkt entfernt.
Genaue Fahrzeiten finden sich auf der Webseite des RVO.
Startpunkt auf der Karte:
Tourdaten:
Weglänge: ca. 8,5 km
reine Gehzeit: ca. 2:30 Stunden (inkl. Abstecher zum FoudaWogn)
Höhenunterschied: ca. 30 Meter
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T1 – Wandern
Wegbeschaffenheit: Wanderung auf breiten, meist ebenen Forst- und Spazierwegen, sowie auf asphaltierten Nebenstraßen im Ortsgebiet von Inzell
Familientauglichkeit: sehr gut geeignet
Barrierefreiheit: ja
Empfohlene Ausrüstung: bequemes Schuhwerk, Wasserflasche
Einkehrmöglichkeiten:
In Scharmann unweit von Zwing steht der „FuadaWogn“ von Michi & Franz. Aus dem Foodtrailer werden Burger (inklusive veganer Option), Pommes, Pofesen und natürlich Getränke verkauft. Ob er gerade in Betrieb ist, erfährst du durch die Hinweisschilder, welche am Rundweg aufgestellte sind und die dich auch gleich hin lotsen.
Am Ausgangs- bzw. Endpunkt der Tour befindet sich gleich gegenüber der Max Aicher Arena das Restaurant Massimo.
Zu guter Letzt noch ein paar sommerliche Impressionen vom Falkensteinrundweg:




Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.
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