Ellmaustein und rund um den Bambichl – Wandern im Salzkammergut

Von weithin sichtbar ragt der Ellmaustein wie ein Wächter über dem Fuschlsee auf. Dass der Ausblick von dort oben gut sein muss, kann man sich eigentlich denken. Doch der Ellmaustein macht es sehr spannend und gibt sein überwältigendes Panorama erst ganz am Schluss als Belohnung für diejenigen preis, die den beschwerlichen und doch wunderschönen Aufstieg gewagt haben.


⭐ Die fantastische Aussicht vom Ellmaustein

⭐ Die sanften Tallandschaften im Kontrast zum felsigen Gipfel

⭐ Eine spannende Flora am Ellmaustein sowie im Ellmautal


Es ist Anfang Juli 2023 und heute soll der letzte kühlere Tag vor der nächsten Hitzewelle sein. Als ich am Parkplatz eintreffe, zeigt das Thermometer angenehme 22 Grad und der Himmel gibt sich wolkig mit einzelnen Sonnenfenstern. Kurz: Perfektes Wanderwetter.

Meinem heutigen Ziel stehe ich am Parkplatz Auge in Auge direkt gegenüber. Naja, vermutlich bin ich doch beeindruckter von ihm als umgekehrt. Steil ragt der 994 Meter hohe Ellmaustein auf der anderen Seite des Ellmautals auf. 994 Meter hören sich jetzt nicht wirklich herausfordernd an, aber schau dir diesen Felsbrocken einmal an!

Der Ellmaustein – in echt wirkt er höher als auf dem Foto

Aber zunächst geht es gemütlich in Richtung Rumingmühle dem Ellmaubach entlang. Das Ellmautal habe ich im Rahmen einer Winterwanderung durch hohen Schnee schon einmal vorgestellt.



Nun, im sommerlichen Grün der Vegetation sieht die Landschaft natürlich komplett anders aus. Die üppige Blütenpracht des Frühsommers ist bereits wieder Geschichte, unten im Tal blüht nicht mehr sehr viel. Das Mädesüß taucht die feuchten Wiesen entlang des Ellmaubaches immerhin in ein cremig weißes Blütenmeer.

Es gibt Kräuter, wenn die blühen, dann weiß man, dass Sommer ist. Eines davon ist eben das Mädesüß.

Bei der Rumingmühle zweigt ein beschilderter Waldweg links ab Richtung Ellmaustein. Er führt um eine namenlose, bewaldete Kuppe herum und mündet auf der anderen Seite in die Ellmaustraße. Unterwegs bietet sich bereits der erste Blick des Tages auf den Fuschlsee.

Anschließend geht es für ein paar Minuten der wenig befahrenen Ellmaustraße entlang mit ersten Einblicken in das Tal.

Dann zweigt links auch schon der Steig auf den Ellmaustein ab. Eine Stunde soll es laut Wegweiser bis zum Gipfel dauern. Das kommt mir etwas großzügig bemessen vor für 300 Höhenmeter. Aber wir werden sehen. Steil – wie sollte es anders sein – und bald felsdurchsetzt geht es die Südseite des Berges hinauf. Auch wenn der Weg im unteren Teil durch dichten Wald verläuft, ist diese Tour definitiv nicht für heiße Sommertage geeignet.

Nach einer Weile stößt der Steig auf einen weiterhin sehr steilen Karrenweg, dem er nun ein Stück folgt. Nach zwei Kurven ändert sich der Charakter des Weges immer mehr, bis nur noch ein Steig über Stock und Stein übrig bleibt. Der Schweiß fließt trotz der angenehmen Temperaturen und des Dauerschattens in Strömen. Aber ich bin ja momentan auch gar nichts mehr gewöhnt.

Es wird langsam flacher

Irgendwann scheint vor mir Himmel durch die Bäume. Ein untrügerisches Zeichen, dass das Gelände flacher wird. Auch die Botanik wird nun definitiv spannender. Mein absolutes Highlight ist das Rote Waldvöglein, das ich – soweit ich mich erinnern kann – überhaupt zum ersten Mal sehe. Dazu kommen mit der Braunroten Stendelwurz, dem Berg- sowie dem Edel-Gamander und der Graslilie weitere nicht gerade alltägliche Arten.

Der Wald lichtet sich immer mehr und Ausblicke tun sich langsam auf, vorerst Richtung Süden auf den Faistenauer Schafberg und das Zwölferhorn. Dunkle Wolken sind dort mittlerweile aufgezogen, aber bedrohlich sieht die Wetterlage vorerst nicht aus.

Zuletzt geht es etwas bergauf und bergab und dann stehe ich auch schon vor dem Gipfelkreuz und dem atemberaubenden Ausblick. Ganz ehrlich, das ist die Strapazen des steilen Aufstiegs allemal wert!

Unter meinen Füßen liegt der türkisblau schillernde Fuschlsee, den ich in seiner gesamten Länge überblicken kann, eingesäumt von den bewaldeten Hängen des Filblings (1.307 Meter) im Süden und des Feldbergs (871 Meter) im Norden. Das Dunkelgrün des Waldes und das leuchtende Hellgrün der Wiesen ergeben mit der türkisblauen Farbe des Wassers eine unglaubliche Farb-Combo.

Im Norden lässt sich auch der Doppelgipfel von Frauenkopf (1.300 Meter) und Schober (1.328 Meter) zwischen den Bäumen erspähen.

Blick auf Schober (rechter Gipfel) und Frauenkopf (linker Gipfel)

Eine Info möchte ich dir nicht vorenthalten: Das Gipfelkreuz steht bei weitem nicht auf dem höchsten Punkt des Ellmausteins, dafür auf dem mit der besten Aussicht auf den Fuschlsee. Der eigentliche Gipfel liegt mehrere hundert Meter weiter östlich, ist schwer zugänglich und auch nicht durch Wege erschlossen. 1.047 Meter ist der Ellmaustein tatsächlich hoch.

Offensichtlich bildet der Fuschlsee heute eine Wetterscheide: Während es im Süden komplett zugezogen hat, ist der Himmel im Norden durchwegs blau. Im spärlichen Schatten einer Rotföhre (Waldkiefer) – allerdings ist die Sonne durch die Wolken ohnehin stark gedämpft – ist es nun Zeit für eine kleine Stärkung und natürlich um Kühlwasser nachzufüllen. 😉

Pausenplatz

Ach ja, die Gehzeit bin ich noch schuldig: Ich habe 50 Minuten gebraucht, inklusive Fotos machen und Pflanzen schauen. Die reine Gehzeit dürfte also – je nach persönlicher Fitness – zwischen 30 und 45 Minuten betragen.

Anschließend geht es denselben Weg wieder hinunter, allerdings nur bis dorthin, wo der Steig in Richtung Fuschl vom Karrenweg abzweigt. Hier bleibe ich auf dem Karrenweg, denn ich will hinunter nach Ellmau. Bald macht der Weg zwei Kurven und biegt in einen kleinen Graben, in dem es sich wesentlich angenehmer – weil weniger steil – wandern lässt. Vorbei an einer Wildfütterungsanlage erreiche ich bald das Ellmautal.

Angekommen im Ellmautal

Einem Weidezaun entlang geht es hinunter zur Ellmaustraße. Dieser folge ich talauswärts – also nach rechts – und biege nach dem letzten Haus der Siedlung links ab. (Beschilderung zur Rumingmühle und zum Bambichlrundweg).

Blick in das Ellmautal kurz vor der Ellmaustraße

Weite Feuchtwiesen säumen den Ellmaubach, der gleich darauf überquert wird.

Die Feuchtwiesen am Ellmaubach

Dieser Weg würde – vorbei an der Rumingmühle – direkt zum Parkplatz zurück führen. Doch ich habe noch nicht genug für heute. Wenn ich schon mal Auslauf bekomme… 😉
Also halte ich mich an der nächsten Wegkreuzung geradeaus in Richtung Bambichlrundweg.

💡 An dieser Stelle könnte man in nur fünf Minuten zur Rumingmühle zurück wandern, um dort einzukehren. Die Öffnungszeiten findest du weiter unten.

Der Bambichl direkt voraus

Den Ruminghof rechts liegen lassend gehe ich auf den Waldrand zu. Von diesem bietet sich nochmals ein toller Blick zurück auf den Ellmaustein und den Schober.

Der Ruminghof vor dem Ellmaustein

Im Wald geht es an der nächsten Wegkreuzung geradeaus weiter. Auch die Abzweigung nach rechts würde zurück zum Parkplatz führen. Doch ich habe immer noch nicht genug! 😉
Ein kurzes Stück geht es im Wald bergauf, dann betrete ich schon wieder Wiesenlandschaft.

Zur Rechten befindet sich der Bambichl (878 Meter), der komplett bewaldet und nicht durch Wege erschlossen ist. Der Feldweg führt mich geradeaus und ohne nennenswerte Steigung auf den gleichnamigen Weiler zu.

Der Weiler Bambichl

Immer der Beschilderung folgend, verlasse ich den Weiler Bambichl wieder und zweige nach dem letzten Gebäude rechts auf einen Feldweg ab, der mich abermals über Wiesen in Richtung des nächsten Waldrandes führt. Du siehst schon, die Landschaft ist sehr kleinräumig, Wald und Wiesen wechseln sich rasch ab, was ihr einen ziemlich malerischen und idyllischen Charakter verleiht.

Nun geht es aber vorerst durch Wald weiter. Der Weg ist sehr gut beschildert und markiert, ein Verlaufen somit fast unmöglich. Etwa einen Kilometer später gibt mich der Wald wieder frei und ich stehe auf einer Straße hinter der ehemaligen Red Bull Zentrale. (Diese ist mittlerweile ja in die frühere Kaserne in Elsbethen übersiedelt.)

Der Bambichlrundweg führt nach links der Straße entlang nach Fuschl. Das ist aber nicht die Richtung, in die ich will beziehungsweise muss, um zum Auto zurück zu gelangen. Also folge ich der Straße in die entgegengesetzte Richtung, die mit „Steig zur Dollfusskapelle“ beschildert ist. Komisch, denke ich, was soll denn das für eine Kapelle und für ein Steig sein? Aber die Richtung stimmt laut GPS, und eine Kapelle ist in der Karte auch eingezeichnet. Das wird dann wohl die Dollfusskapelle sein…

Die leicht bergauf führende Asphaltstraße endet nach wenigen Hundert Metern und ein Wegweiser zeigt in den Wald hinein.

Was soll ich sagen? Der Waldweg entpuppt sich wenig später tatsächlich als schmaler, einigermaßen anspruchsvoller Steig. Erst wird ein Graben gequert, schließlich geht es entlang eines Steilhanges hoch über der parallel verlaufenden Wolfgangseestraße. Dabei werden nochmals einige Höhenmeter zurückgelegt, was auf der Karte so nicht ersichtlich war. Wären da nicht der Verkehrslärm und der Gestank der Auspuffgase, wäre dieser Abschnitt ein weiteres kleines Highlight gegen Ende der Tour gewesen.

am Steig zur Dollfusskapelle

Schließlich stehe ich neben der stark befahrenen B158 auf dem ehemaligen Parkplatz nahe der Ortseinfahrt nach Fuschl. Die Kapelle befindet sich einige Meter zu meiner Linken, aber jetzt habe ich dann doch genug und es zieht mich nicht mehr hin zu ihr, sondern zurück zum Ausgangpunkt.

am ehemaligen Parkplatz an der B158 endet der Steig

Wer mit dem Auto angereist ist, weiß, wie es nun weiter geht: Nur noch in die Steinbachstraße einbiegen, den Recyclinghof passieren, und schon kommt mein Auto in Sicht. Dazu gibt es einen traumhaften letzten Blick auf den Ellmaustein bei nun schon etwas tiefer stehender Sonne.

letzter Blick auf den Ellmaustein, links Schober (bzw. Frauenkopf)

Der Ellmaustein ist den anstrengenden Aufstieg absolut wert, die Aussicht einfach traumhaft.
Die Umrundung des Bambichl führt meist durch idyllische, sanfte Tallandschaften. Sie ist ein starker Kontrast zum schweißtreibenden Gipfel und eine gute Gelegenheit, um aus der eher kurzen Wanderung auf den Ellmaustein, eine schöne Halbtagestour zu machen.


Auf der B158 – Wolfgangseestraße nach Fuschl fahren, bald nach der ersten Abzweigung nach Fuschl rechts in die Steinbachstraße abbiegen (Beschilderung: Ruhmingmühle). Dieser für ca. 300 Meter bis zum Parkplatz folgen.
Adresse für Navi: Parkplatz Zwergerlweg, Rumingweg 6, 5330 Fuschl am See
Plus Code: Q8R4+J3 Fuschl am See
Koordinaten: 47.7917, 13.3050

Kostenloser Wanderparkplatz entlang der Steinbachstraße (Parkplatz Rumingmühle/Zwergerlweg)

Regionalbus Linie 150 verkehrt regelmäßig zwischen Fuschl am See und Salzburg. Von der Haltestelle Fuschl Ortsmitte sind es ca. 10 Minuten Fußweg bis zum Ausgangspunkt.

Genaue Fahrzeiten finden sich auf der Webseite des SVV.


Weglänge: ca. 8,5 km
reine Gehzeit: ca. 3:30 Stunden
Höhenunterschied: ca. 400 m
Wegbeschaffenheit: Wanderung auf schmalen Steigen, Forst- und Feldwegen, sowie kurze Abschnitte auf Asphaltstraßen
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T2 – Bergwandern
Trittsicherheit: ist sowohl am Ellmaustein (steiler Wurzelweg) als auch am Steig zur Dollfusskapelle erforderlich
ausgesetzte Stellen: Am Ellmaustein nicht, aber am Steig zur Dollfusskapelle gibt es die eine oder andere Querung von stark abschüssigem Gelände, stellenweise mit kurzer Seilversicherung.
Familientauglichkeit: bedingt familientauglich – Der Ellmaustein ist für Kinder im Vorschulalter zu steil, da ist der Zwergerlweg (gleicher Ausgangspunkt wie die beschriebene Tour) vermutlich die bessere Alternative. Mit Schulkindern sollte der Ellmaustein aber möglich sein. Die Bambichlrunde ist auch mit Vorschulkindern gut machbar. Ellmaustein und Bambichlrunde zusammen – so wie im Beitrag beschrieben – ist wahrscheinlich erst für Kinder ab ca. 10 Jahren geeignet.
Barrierefreiheit: nein
Empfohlene Ausrüstung: Wanderschuhe, Jause, Wasserflasche, evtl. Walkingstöcke

  • Die Rumingmühle hat bei trockener Witterung immer dienstags, freitags und samstags von Juni bis September geöffnet und bietet kalte Jause, sowie Kaffee und Kuchen. Sie liegt gleich am Beginn der Tour, kann aber zwischen Ellmaustein und Bambichlrunde mit geringem Umweg eingebaut werden.
  • Zahlreiche Restaurants finden sich in Fuschl am See.

Die Früchte des Seidelbasts werden langsam reif (Achtung giftig!)
Der Wald wird lichter unterhalb des Ellmaustein-Gipfels
Ruminghof und Ellmaustein am Bambichlrundweg
Auch die Früchte der Einbeere werden reif (Achtung giftig!)
Blick auf den Ort Fuschl am See am Ende der Tour

Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.


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