Durch das Naturschutzgebiet Fuschlseemoor – Kinderwagentouren #1

Mit dem Kinderwagen durch das Naturschutzgebiet Fuschlseemoor in der Westbucht des Fuschlsees.
Frische Luft und der Kontakt mit der Natur sind auch für die Allerkleinsten unverzichtbar für eine gesunde Entwicklung, selbst wenn sie davon vielleicht noch nicht allzuviel mitbekommen. Aber mit Kinderwagen stellt es sich nicht immer einfach dar, in die Natur zu gelangen. Denn sie ist selten barrierefrei. In dieser Serie werden die schönsten Naturwanderungen und Spaziergänge mit Kinderwagen im Salzburger Land und darüber hinaus vorgestellt.


Es ist unser erster Ausflug mit dem Kinderwagen. Bisher sind wir nur von der Haustüre bis zum nächsten Wald gekommen. Deshalb sind wir schon gespannt, wie es uns ergehen wird. Unser erstes kleines Abenteuer führt uns an den Fuschlsee. Hier waren wir auch früher oft spazieren. Der Weg selbst ist natürlich kein Abenteuer, der erste Ausflug mit Neugeborenem hingegen schon.

Vom Parkplatz am Fuschlseerundweg bei Hundsmarkt führt ein breiter befestigter Spazierweg durch das Naturschutzgebiet Fuschlseemoor zum Hofer Naturbadestrand. Dabei handelt es sich um einen Abschnitt des Fuschlseerundweges.

Zwischen einem idyllischen Bach und weiten Streuwiesen verläuft der Weg in Richtung See. Hier brütet im Frühsommer der Große Brachvogel. Das Fuschlseemoor stellt eines der letzten Brutgebiete dieses vom Aussterben bedrohten Vogels mit der eigenwilligen Schnabelform im Land Salzburg dar. Große Feuchtgebiete sind in Mitteleuropa leider sehr selten geworden…

Der Weg führt über eine kleine Kuppe zum Abfluss des Fuschlsees, der Fuschler Ache, die von Schilfrohr eingesäumt ist. Auf einer Holzbrücke überqueren wir die Ache. Von hier lassen sich sehr gut die Forellen und Saiblinge beobachten, die oft an dieser Stelle in der Strömung stehen und auf Beute lauern. Heute sind leider keine Fische zu sehen, was am hohen Wasserstand oder dem noch geringen Nahrungsangebot um diese Jahreszeit liegen könnte.

Das Wasser steht heute wirklich ungewöhnlich hoch, hat einige Wiesenabschnitte überflutet. Kein Wunder, soviel wie es die letzten Wochen geregnet hat.

Bald ist das Strandbad Hof erreicht. Außerhalb der Badesaison ist der Zutritt frei. Und das zahlt sich wirklich aus, denn die Hauptattraktion des Strandbades ist der fast 100 Meter lange Holzsteg, der weit auf den See zu einer kleinen Plattform hinaus führt. Dort hat man nicht nur den Eindruck, als würde man mitten im See stehen. Ganz hinten, am Ende der Wasserfläche liegt der Ort Fuschl am See, in der Ferne ragen schneebedeckte Gipfel auf. Zur Rechten thront das Schloss Fuschl – bekannt aus den Sissi-Verfilmungen – über dem Ufer, dahinter der lange, komplett bewaldete Bergrücken des Filblings. Zur Linken befindet sich der Abfluss des Fuschlsees, versteckt hinter einem breiten Schilfgürtel. Viele Wasservögel, vor allem Stockenten, Schwäne, Blässhühner und Haubentaucher, tummeln sich in der kleinen Bucht.

Das beeindruckendste am Fuschlsee ist jedoch seine Wasserfarbe. Je nachdem welchen Winkel man zur Sonne einnimmt, erscheint er manchmal smaragdgrün, oft jedoch in einem karibisch anmutenden türkisblau.

Am Ufer gibt es einige Sitzbänke für eine Rast unter den Bäumen der parkartig angelegten Liegewiese. Zurück zum Parkplatz gelangen wir auf demselben Weg.

Es ist Ende April und die meisten Bäume machen nach den kalten letzten Wochen immer noch keine Anstalten, in ihr Sommerkleid zu schlüpfen. Nur die Weiden tragen bereits das saftige Grün des Frühlings. Dafür geht es eine Etage tiefer sehr farbenprächtig zu: Goldgelbe Sumpfdotterblumen wechseln sich ab mit blassgelben Schlüsselblumen, dazwischen das Weiß der Buschwindröschen, das Violett der Veilchen und als besonderes Highlight die ersten blitzblauen Enziane und die großen gelbgrünen Blütenknospen der Trollblumen.

Unsere Kleine hat sich sehr gut geschlagen und ist erst kurz vor Ende des Spaziergangs von Hunger geplagt worden. Und der Weg durch das Fuschlseemoor hat sich als das perfekte Ziel für einen kleinen Ausflug mit Kinderwagen erwiesen.


⭐ Weg ist barrierefrei und sehr gut befahrbar

⭐ keine Steigungen

⭐ kurzer Weg zurück zum Ausgangspunkt bei „Notfällen“

⭐ trotz der Kürze des Weges tolle Naturerlebnisse und ein fantastisches Panorama


Von der A1 (Wien-Salzburg) an der Ausfahrt Thalgau abfahren und weiter nach Hof bei Salzburg fahren. Alternativ von Salzburg auf der B158 (Wolfgangsee Bundesstraße) nach Hof bei Salzburg fahren. In beiden Fällen im Ortsgebiet von Elsenwang im Kreisverkehr die Ausfahrt Richtung Graz/Bad Ischl nehmen. Nach ca. 2,5 km (gegenüber Billa) links abbiegen Richtung Thalgauegg. Dieser Straße für ca. 1,5 km folgen und in einer scharfen Linkskurve nach rechts abbiegen (Beschilderung zur Hundsmarktmühle). Nach ca. 1 km befindet sich der Wanderparkplatz an der rechten Seite.
Adresse für Navi: Seestraße 2, 5303 Thalgau
Plus Code: R784+VW Thalgau
Koordinaten: 47.8170, 13.2571

Kostenpflichtiger Wanderparkplatz

Regionalbus 140 ab Salzburg Hbf bis Thalgau Ortsmitte, anschließend 5-10 Minuten Gehweg bis Thalgau Schule und weiter mit Regionalbus 148 bis „Thalgau-Egg Berger“. Letzterer verkehrt allerdings nur an Schultagen (Schulbus!) zu Schulzeiten, so dass eine Anreise mit Öffis eher unpraktisch ist. Auch ist die Mitnahme von Kinderwägen in Regionalbussen generell umständlich.
Alternativ kann man mit Regionalbus 150 oder 155 ebenfalls ab Salzburg Hbf. bis „Hof Alte Tanne“ (Linie 150) oder „Hof Baderluck“ (Linie 155) fahren und von dort in ca. 20-30 Minuten über die teilweise ziemlich steile Seestraße zum Strandbad wandern.

Genaue Fahrzeiten finden sich auf der Webseite des SVV.


Weglänge: ca. 1 km (einfach)
reine Gehzeit: ca. 20 Minuten (nur Hinweg)
Höhenunterschied: +/- 0 Meter
Wegbeschaffenheit: Wanderung auf breiten Spazierwegen praktisch ohne Steigung
Familientauglichkeit: hervorragend geeignet für Kinder jeden Alters
Barrierefreiheit: ja

Die Jausenstation Berger liegt nahe des Ausgangspunktes gegenüber der Hundsmarktmühle.



Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.


Das war er also, unser erster Ausflug mit Kinderwagen. Eine kurze Internetrecherche hat gezeigt, dass Infos über barrierefreie Wanderungen ziemlich rar gesät sind. Man achtet ja auch kaum darauf, wenn man nicht selbst betroffen ist. Deshalb werde ich in Zukunft hier immer wieder kleinere und größere Wanderungen mit Kinderwagen vorstellen.

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1 Kommentar zu „Durch das Naturschutzgebiet Fuschlseemoor – Kinderwagentouren #1

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