Wilde Wasser, enge Schluchten, schroffe Felsen, feine Kiesstrände, abwechslungsreiche Wege und Landschaften, grandiose Bergpanoramen, Wasserfälle, und viel unberührte Natur. Das alles bietet der Eibenbergrundweg im unbewohnten Weißenbachtal zwischen dem Attersee und dem Trauntal bei Bad Ischl.
Diese Highlights erwarten dich im Weißenbachtal:
⭐ Weißenbach – so schaut ein natürlicher Gebirgsbach aus
⭐ Nixenfall – wenn ein Bach 60 Meter in die Tiefe stürzt
⭐ Gimbachkaskaden – ein versteckter Canyon
⭐ Weißenbachtal – eine grandiose Kulisse
⭐ Eibenbergrundweg – idyllisch und unverhofft spektakulär
Ende Februar 2021: Nach einer Woche Wärmeeinbruch sind an den Winter nur noch Erinnerungen geblieben. Gut so! Damit hat die Wandersaison endgültig begonnen. (Dass der Winter nach dieser kurzen Pause nochmals zurückkehren würde, war klar, aber dass er bis weit in den April hinein bleiben würde, hat sich zu diesem Zeitpunkt wohl kaum jemand gedacht.)
Anreise in das Weißenbachtal
Wieder lockt uns der wolkenlose Himmel in das Salzkammergut. Dieses Mal geht es in das Weißenbachtal am Attersee. Das Weißenbachtal ist ein Durchgangstal, das den Attersee mit dem Trauntal zwischen Bad Ischl und Ebensee verbindet. Nördlich des engen Tals erhebt sich das Höllengebirge, südlich der Leonsberg. Klingt verwirrend? Ein Blick auf die Karte macht es klarer:
Und das Weißenbachtal weist eine Besonderheit auf, die man im zersiedelten Österreich heute kaum noch findet: Es ist vollkommen unbewohnt, abgesehen von den Taleingängen natürlich. Unbewohnt heißt nicht unbewirtschaftet oder gar unerschlossen. Neben forstwirtschaftlicher Nutzung gibt es auch Steinbrüche und natürlich die recht stark befahrene Straße, die das Tal durchzieht.
Abgesehen davon finden wir aber keine menschliche Zivilisation auf einer Länge von immerhin zwölf Kilometern. Umso ruhiger und naturbelassener zeigt sich dieses Tal.
Unsere heutige Wanderung führt uns rund um den Eibenberg und zu den Gimbachkaskaden. Der Weg verläuft zum Teil über Forststraßen, den größten Teil jedoch über abwechslungsreiche Steige und Waldwege.
Ausgangspunkt ist der Parkplatz Wandergebiet Weißenbach. Obwohl es wieder ein wunderschöner Sonntag ist und wir – wieder einmal – etwas spät dran sind, ergattern wir noch einen freien Parkplatz.
Am Nixenpfad zum Nixenfall
Die ersten beiden Kilometer führen uns durch Kalkbuchenwälder, die uns sogleich mit Blumen empfangen. Die Schneerosen sollen uns heute noch den ganzen Tag begleiten. Auf dem Nixenpfad mit seinen zahlreichen Erlebnis- und Märchenstationen wird es auch Kindern bestimmt nicht langweilig werden.

Nach zwei Kilometern erreichen wir die Eintrittspforte zum Nixenfall. Nichts deutet in diesem sanften Hangwald darauf hin, dass wir sogleich in einer wildromantischen Felslandschaft stehen könnten. So folgen wir dem schmalen Pfad entlang eines kleinen Baches, der neben uns ruhig dahin plätschert. Nach einer Kurve wähnen wir uns sogleich von steilem Gelände umgeben. Nach nur wenigen Metern und ein paar Stufen können wir bereits das Ende dieser kleinen Schlucht erkennen: Es ist ein enger Talkessel und an der linken Felswand hängt das lange, weiße Haar einer Nixe, das im Wind wabert.
Oh, Moment, das ist kein Haar, das ist doch Wasser! Sechzig Meter fällt es herab in den Talkessel. Und die Nixe sitzt an der Felswand gegenüber. 😉 Die Wassermenge ist nicht groß, der Wasserfall dennoch äußerst spektakulär. An heißen Sommertagen ist es in dieser schattigen, von der Außenwelt nur über den schmalen Pfad entlang des Baches erreichbaren Schlucht angenehm kühl.







Die achtzig Meter, die auf dem Infoschild angegeben sind, dürften doch etwas dick aufgetragen sein. Auf der offiziellen Infoseite des Salzkammergut-Tourismus ist von sechzig Metern die Rede.
Nach kurzer Zeit wird es sehr eng unter dem Wasserfall. Schließlich ist er der Endpunkt und das absolute Highlight des Nixenpfades. Für uns ist es also an der Zeit, weiter zu gehen. Schließlich haben wir noch einen weiteren Weg vor uns als die Familien, die gerade nach und nach eintrudeln.
Also verlassen wir die kleine Klamm wieder und schwenken nach dem Ausgang nach rechts. Schon haben wir den Spazierweg mit all den Familien und Hunden hinter uns gelassen und befinden uns auf dem stillen und meist einsamen Wanderweg. So nahe liegen Stille und Trubel oft beieinander. Gut, dass Platz genug für beides ist.
Am Weißenbach
Nach einer kurzen Strecke durch den Wald erreichen wir ein Schild: „FKK-Zone“.
Heute ist es eher unwahrscheinlich, auf Nacktbader zu treffen. Im Gegensatz zu den letzten Tagen hat es nur wenige Plusgrade, im Schatten immer noch Frost und das Wasser im Bach ist gefühlt noch kälter.
Also klettern wir die kleine Böschung hinunter zum Fluss. Denn dort in der Sonne wollen wir unsere Pause einlegen. Es ist wunderschön. In der großen Schotterfläche zieht der Weißenbach seine Mäander, teilt sich immer wieder in Nebenarme die sich weiter unten wieder vereinigen. Überall wachsen Weiden, die ihre jungen, knallroten Zweige der Sonne entgegenstrecken. Die vertrockneten Grashalme des letzten Sommers tauchen den Boden in gelbe Farbe und im Hintergrund thronen die noch schneebedeckten Gipfel des Höllengebirges unter einem tiefblauen Himmel. Fast schon kitschig.




Schwemmholz liefert gute Sitzgelegenheiten, doch leider ist die Schönheit nicht ganz ungetrübt. Fast auf jedem Schritt begegnen sie einem: Plastikflaschen, Aludosen und sonstiger Verpackungsmüll. Jeder Kommentar erscheint mir dazu überflüssig.
Der Weißenbach und die Nackedeis:
Erst wenige Jahre ist es her, dass die Klatschpresse voll war mit Schlagzeilen über die FKK-Zonen am Weißenbach. Ein Treffpunkt der Swingerszene sollen sie sein. Wilde Sexorgien sowie Pornodrehs sollen Scharen von Spannern anziehen – oder besser gesagt ausziehen. Mittlerweile ist es scheinbar wieder etwas stiller geworden am Weißenbach.
Dennoch konnten wir während unserer Pause am Ufer des Weißenbachs einige Menschen mit auffälligem Verhalten beobachten, die immer wieder am Ufer entlang auf und ab gingen und teilweise durch die Weidenbüsche schlichen. Zu diesem Zeitpunkt waren mir die oben erwähnten Zeitungsartikel noch nicht bekannt.
Und so ist uns vor allem ein etwas korpulenter Herr mittleren Alters in Erinnerung, der uns unsere Pause ziemlich vermieste, indem er ständig aus nicht allzu großer Entfernung zu uns herüber starrte. Dieses unheimliche Verhalten veranlasste uns, bald den schönen Pausenplatz wieder zu verlassen. Schließlich wussten wir ja nicht, warum er sich so auffällig verhielt und welche Absichten er hegte.
Wenn also FKK-Liebhaber im Vorfrühling noch fehlen mögen, die Spanner sind auf jeden Fall schon mal da. Aus diesem Grund kann ich das wunderschöne Ufer des Weißenbachs leider nur sehr bedingt als Pausenplatz empfehlen.
Eibenbergrundweg – vorne herum
Nach unserer Mittagspause verlassen wir die FKK-Zone wieder und wandern weiter am Eibenbergrundweg, der nun auf einem schmalen Steig einige Höhenmeter oberhalb des Tales am Nordhang des Eibenbergs entlang führt. Wir queren mehrere kleine Gräben und werden immer wieder mit schönen Aussichten belohnt. Der Weg selbst ist äußerst abwechslungsreich und wildromantisch, es macht uns sehr viel Spaß ihn zu gehen.







Auch als der Weg uns nach etwa eineinhalb Kilometern wieder hinunter ins Tal führt, wo er sich bald mit dem Salzkammergut-Radweg vereint, bleibt er landschaftlich sehr abwechslungsreich. Einen weiteren Kilometer später queren wir die Brücke über den Klausenbach, einen Zufluss des Weißenbachs. Gleich darauf treffen wir auf eine Wegkreuzung: Rechts verläuft der Eibenbergrundweg hinter dem Eibenberg wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt. Doch wir halten und links, denn unser nächstes Ziel sind die Gimbachkaskaden.

Bald überschreiten wir einen weiteren kleinen Bach ehe uns der Weg wieder zum Weißenbach zurück führt. Über eine Brücke queren wir das Bachbett, das an dieser Stelle – vermutlich wegen der Brücke und der naheliegenden Straße – betoniert ist und staunen nicht schlecht: Es ist komplett trocken! Wo wohl das ganze Wasser geblieben ist? Wir sollten es bald erfahren…

Die Gimbachkaskaden
Nun müssen wir die Hauptstraße queren. Gleich auf der anderen Straßenseite befindet sich ein weiterer Wanderparkplatz. Hier beginnt der Weg zu den Gimbachkaskaden. Zumindest auf manchen Wanderkarten. Beschilderung? Fehlanzeige.
Wir folgen einem Trampelpfad der uns in die laut Karte richtige Richtung führt. Er entpuppt sich bald als wunderschöner Wanderweg, der dem Gimbach entlang bergauf führt. Im Sommer bestimmt unerträglich heiß, jetzt aber ein perfekter Spaziergang in der wärmenden Frühlingssonne. Warum er wohl aufgelassen wurde?
Schon bald kommen die Gimbachkaskaden in Sicht. Der Gimbach entwässert einen Teil des Höllengebirges auf der Südseite. Über mehrere Stufen stürzt das bernsteinfarbene Wasser dem Tal entgegen und mündet sogleich in den Weißenbach. Und es ist eine Menge Wasser. Aha, da ist also das ganze Wasser abgeblieben!





Wir gehen weiter flussaufwärts. Bald verschwindet der Bach in einer engen Schlucht, die nicht einsehbar ist. Der Weg führt außen entlang steil bergauf und erreicht bald eine terrassenartige Ebene hoch über dem Gimbach. Hier bietet sich eine wunderbare Aussicht.
Ein kleines Stück folgen wir dem ehemaligen Wanderweg noch weiter, entlang eines kleinen Zulaufs zum Gimbach. Die Landschaft ist weiterhin traumhaft und unglaublich abwechslungsreich, doch schön langsam wird es Zeit, an den Rückweg zu denken. Schließlich liegt vor uns noch ein unbekannter Wegabschnitt, den wir lieber bei Tageslicht erkunden wollen.









Der Eibenbergrundweg – hinten herum
Nach einer kurzen Pause sind wir schnell wieder unten beim Weißenbach und bald darauf auch schon bei der Wegkreuzung, wo wir den Eibenbergrundweg zuvor verlassen haben. Kurz überlegen wir, ob es sich mit dem Tageslicht noch ausgehen wird, oder ob wir lieber auf Nummer sicher gehen und dem breiten, fast ebenen Radweg zurück zum Ausgangspunkt folgen sollen.
No risk, no fun! Also nehmen wir, wie geplant, den Rückweg hinter dem Eibenberg herum. Ausnahmsweise drücken wir mal etwas aufs Tempo, damit sich das alles noch ausgeht. Aber wir sollten es nicht bereuen. Der Anstieg auf den Eibenbergsattel erfolgt über eine Forststraße, die uns mit leichter Steigung etwa 180 Höhenmeter hinauf führt. Die letzten Sonnenstrahlen, viele kleine Bachläufe, sowie der Ausblick auf den Leonsberg im Süden und natürlich auf den noch sonnenbestrahlten Eibenberg machen diesen Abschnitt sehr kurzweilig.






Am Eibenbergsattel verlässt der Wanderweg schließlich die Forststraße und führt auf einem alten, aufgelassenen Forstweg wieder hinunter in das Weißenbachtal. Dabei queren wir auch jenen Bach, der gleich darauf über eine 60 Meter hohe Felswand hinunter ins Tal stürzt. Richtig, ich spreche vom Nixenfall, dem ersten Highlight des heutigen Tages. Einsehbar ist die Fallkante von oben nicht, doch die schroffe Felslandschaft unterhalb des Weges lässt schon ahnen, was da noch kommt.
Teilweise hat sich die ehemalige Forststraße komplett aufgelöst und so geht es mitunter etwas abenteuerlich durch ausgewaschene Hohlwege, vorbei an einer eingestürzten Brücke, die einst einen Graben überspannte und unterhalb einer kleinen Felswand hinunter ins Tal. Auch mit Aussicht auf das Alpenglühen im Höllengebirge wird dabei nicht gegeizt.










Mit Einbruch der Dämmerung sind wir wieder zurück beim Auto. Nach dem Ausflug zum Laudachsee und Grünberg am vergangenen Wochenende, war dies erneut eine Wanderung von ausgesprochener landschaftlicher Schönheit und Natur pur im Vorfrühling 2021.
Fazit
Eine unglaublich abwechslungsreiche Wanderung durch eine naturbelassene Landschaft bietet diese Tour durch das Weißenbachtal, die ich absolut empfehlen kann.
Laudachsee und Grünberg bei Gmunden – Wandern im Salzkammergut
Heute geht es auf einer wunderschönen Vorfrühlingswanderung zum idyllischen Laudachsee und auf den gemütlichen Grünberg mit toller Aussicht. Bekannt und beliebt ist das Salzkammergut…
Anreise:
mit dem Auto:
Die A1-Westautobahn bei der Ausfahrt Oberwang verlassen und der Beschilderung nach Unterach am Attersee folgen. Bei Unterach rechts auf die B152 in Richtung Bad Ischl abbiegen. Im Ortsgebiet Weißenbach am Attersee weiter Richtung Bad Ischl halten und rechts auf die B153 abbiegen. Kurz nach Ortsende von Weißenbach rechts abbiegen und über die Brücke über den Weißenbach fahren. Der Parkplatz befindet sich gleich linkerhand nach der Brücke.
Adresse für Navi: Waldsiedlung 6, 4854 Weißenbach am Attersee
Plus Code: QGVQ+H9 Weißenbach am Attersee
Koordinaten: 47.7934, 13.5386
Parken:
Kostenloser Wanderparkplatz, weitere Parkmöglichkeiten entlang der B153
mit Öffis:
Ab Bahnhof Vöcklabruck mit Regionalbus 561 bzw. 562 bis Weißenbach am Attersee. Von der Bushaltestelle sind es ca. 10 Minuten Fußweg zum Ausgangspunkt.
Tourdaten:
Weglänge: ca. 13 km
reine Gehzeit: ca. 4:00 Std.
Höhenunterschied: ca. 400 m
Höchster Punkt: Eibenbergsattel (ca. 690 m)
Tiefster Punkt: am Weißenbach (ca. 480 m)
Wegbeschaffenheit: Wanderung meist auf Forst- und Spazierwegen, sowie schmalen Steigen
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T2 – Bergwandern
Trittsicherheit: etwas Trittsicherheit stellenweise erforderlich
ausgesetzte Stellen: nein
Familientauglichkeit: sehr gut geeignet, Tour kann bei Bedarf verkürzt werden. Mit Kleinkindern empfielt sich der Nixenweg mit dem Nixenfall als Ziel.
Barrierefreiheit: nein
Empfohlene Ausrüstung: Wanderschuhe, Trinkflasche, Jause
Einkehrmöglichkeiten:
Leider keine, deshalb Jause und Getränke nicht vergessen!
Ein paar letzte Eindrücke aus dem Weißenbachtal:



Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.
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