Ein Winterspaziergang am Hallstättersee

Eigentlich bringt man diesen Teil des Salzkammerguts mehr mit Kultur als mit Natur in Verbindung. Die Gegend bietet eben beides: Eine der malerischsten Kulissen des gesamten Salzkammerguts und das Kulturwelterbe Hallstatt. Aber habt ihr den See auch im Winter schon erlebt? Nein? Dann wird es Zeit, denn die Landschaft ist in der kalten Jahreszeit noch atemberaubender als sonst.


⭐ Der Hallstättersee mit seiner fantastischen Bergkulisse
⭐ Der spektakuläre Weg über dem Wasser
⭐ Das Highlight des Weges: die Hängebrücke über den See
⭐ Der Blick auf das berühmte Hallstatt
⭐ Und natürlich die Landschaft aus Fels und Eis


Standortbestimmung:
Der Hallstättersee ist wahrscheinlich jedem ein Begriff und das sogar in China. Warum der Ort Hallstatt bei Chinesen, die in Scharen in den malerischen Ort direkt am See pilgern, so beliebt ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Der Hallstättersee zählt mit den ihn umgebenden Gemeinden Bad Goisern, Gosau, Hallstatt und Obertraun zur Dachsteinregion innerhalb der Tourismusregion Salzkammergut.

Unser heutiger Ausflug lässt die Touristenscharen, die täglich nach Hallstatt strömen, weit hinter sich. Das Ziel heißt Obertraun am südlichen Seeufer des Hallsättersees. Im Sommer ist es auch hier oft überlaufen. Doch im Winter ist so gut wie nichts los, denn dann sind die meisten Urlauber auf den Schipisten unterwegs.

Blick auf Obertraun am Hallstättersee
Blick zurück auf Obertraun

Startpunkt ist der Parkplatz bei der Schiffanlegestelle Obertraun am Beginn des Ostuferwanderweges am Hallstättersee. Von hier aus folgen wir diesem Wanderweg so lange wie es uns gefällt. Auf einer breiten asphaltierten Straße – sofern sie nicht ohnehin schneebedeckt ist – geht es zunächst immer der Trasse der Salzkammergutbahn entlang. Sogleich beginnt der Weg mit beeindruckendem Ausblick auf den südlichen Teil des Sees und die umliegende Bergkulisse. Eine Landschaft aus Fels und Eis, schroff und unbezwingbar wirkt sie und dennoch anmutig und von makelloser Schönheit.

EIs und Fels am Westufer der Hallstättersees

Nach etwa zwei Kilometern erreichen wir die Bahnhaltestelle Hallstatt.

Wer sie noch nicht kennt: Diese Haltestelle ist etwas anders und weltweit vermutlich einzigartig, befindet sich der dazugehörige Ort (nämlich Hallstatt) doch am gegenüberliegenden Seeufer. Reisende gelangen per Schiff – der Schiffsverkehr ist auf den Zugfahrplan abgestimmt – hinüber nach Hallstatt. Es gab übrigens schon Winter, in denen diese Variante die einzige Verbindung zur Außenwelt darstellte, nämlich dann, wenn die Straße am Westufer wegen Lawinengefahr nicht befahrbar war. Doch das ist heutzutage sehr selten der Fall. Viele Lawinenschutzanlagen wurden in den letzten Jahrzehnten errichtet, damit die Straße auch im Winter gefahrlos befahren werden kann.

Die Fähre nach Hallstatt kurz bevor sie an der Bahnhaltestelle anlegt
Fährschiff nach Hallstatt

Der Ostuferwanderweg verläuft direkt über den Bahnsteig der Haltestelle. Auch dieser Teil ist sehr spektakulär, wurde die Bahntrasse doch durch den Fels gesprengt. Bald danach wird der Weg etwas abenteurlicher. Das Ufer ist mittlerweile so steil, dass neben der Bahntrasse für den Wanderweg kein Platz mehr verbleibt. Darum wurde dieser auf Stahlgitterstegen errichtet, die seitlich am Fels verankert sind und somit über dem Abgrund hängen. Gummimatten sorgen dafür, dass man bei Nässe auf dem dann sehr rutschigen Gitter nicht ausrutscht.

Den Höhepunkt dieses Wegabschnittes bildet eine Hängebrücke über eine kleine Ausbuchtung des Sees. Das Wasser ist hier übrigens mehr als 100 Meter tief. Die Eisenbahn hat einige Meter über uns ihre eigene Brücke und verschwindet sodann gleich in einem Tunnel.

DIe Hängebrücke über den Hallstättersee

Es ist schon ein eigenartiges Gefühl über die Hängebrücke zu gehen. Hin und her schwingt sie, umso stärker, je mehr Menschen sie gleichzeitig benutzen. Auf der anderen Seite angekommen, haben wir bald wieder festen Boden unter den Füßen. Immer noch entlang der Felswand führt der Weg um den Eisenbahntunnel herum.

EIszzapfen an der Felswand am Hallstättersee
entlang der Felswand

In einer Biegung gibt der Berg die Bahn wieder frei. Hier im mittleren Abschnitt des Sees, zieht sich der Fels etwas vom Wasser zurück und der Weg verläuft die nächsten zweieinhalb Kilometer unspektakulär – dafür mit guter Aussicht – immer am Ufer entlang nach Obersee.

Blick nach Norden von der Hängebrücke über den Hallstättersee
Blick nach Norden über den mittleren Seeabschnitt

Wer möchte, kann also weiter bis nach Obersee wandern. Einkehr ist um diese Jahreszeit aber leider keine möglich, denn der Uferwirt Seeraunzn ist im Winter geschlossen. Zurück kommen wir wieder zu Fuß auf dem selben Weg, oder natürlich mit dem Zug.

Einen perfekten familienfreundlichen Winterspaziergang in atemberaubender Kulisse bietet der Ostuferweg am Hallstättersee.

Panorama Hallstättersee

In Bad Goisern der B166 Richtung Gosau/Hallstatt folgen, nach einigen Kilometern links auf die Hallstätterseestraße L547 Richtung Hallstatt abbiegen und der Straße bis Obertraun folgen. In Obertraun nach dem Bahnübergang links abbiegen und der Beschilderung zur Schiffanlegestelle Obertraun bzw. Parkplatz P3 folgen.
Adresse für Navi: Parkplatz P3, 4831 Obertraun
Plus Code: HM5H+XG Obertraun
Koordinaten: 47.5601, 13.6785

gebührenpflichtiger Parkplatz P3 direkt am Ausgangspunkt; bei Belegung stehen weiterere gebührenpflichtige Parkplätze in der Nähe zur Verfügung.

Parkgebühren (Stand 2023): € 1,- pro angefangener Stunde; Parkautomat akzeptiert nur Münzen

Die Salzkammergutbahn fährt im 2-Stunden-Takt von Attnang-Puchheim bzw. von Stainach-Irdning nach Obertraun. Vom Bahnhof Obertraun wenige Minuten Fußweg zum Ausgangspunkt.
Alternativ kann man die Wanderung auch bei der Bahnhaltestelle Obersee beginnen.

Genaue Fahrzeiten finden sich auf der Webseite der ÖBB.

Blick auf das Westufer vom Ostuferwanderweg am Hallstättersee
Die letzten Sonnenstrahlen scheinen durch das Echerntal

Weglänge: 4,8 km (einfach von Obertraun bis Obersee)
reine Gehzeit: ca. 1:30 Stunden (abhängig von Wegbeschaffenheit und Schneelage)
Höhenunterschied: ca. 30 m
Wegbeschaffenheit: Wanderung auf asphaltierten Wegen, Stahlgitterstegen (mit Gummimatten) und Spazierwegen
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T1 – Wandern
Trittsicherheit: nicht erforderlich, außer bei vereisten Wegen
ausgesetzte Stellen: keine, der Weg ist gut durch Geländer abgesichert
Familientauglichkeit: perfekter Winterspaziergang für jung und alt
Barrierefreiheit: ja, aber abhängig von Schneelage (kein Winterdienst)
Empfohlene Ausrüstung: Winterwanderschuhe, Heißgetränke
Sonstiges: Weg kann stellenweise vereist sein!

Im Winter unterwegs leider keine, Einkehrmöglichkeiten gibt es aber in Obertraun

Typ: natürlicher Trogtalsee
Länge: 7,5 km
Breite: max. 1,4 km
Fläche: 860 Hektar (= 8,6 km2)
Tiefe: max. 125 m
Volumen: 558 Mio. m3
größter Zufluss: Traun
Abfluss: Traun


Der Krippenstein vom Hallstättersee aus
Zoom auf den Krippenstein
Blick zum Westufer am Hallstättersee
Die Schiffanlegestelle beim Bahnhof Hallstatt in den letzten Sonnenstrahlen
Die Fähre aus Hallstatt am Hallstättersee
Die Fähre aus Hallstatt kommt

Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.


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