Heute darf ich einen der schönsten Plätze präsentieren, den das Salzburger Land zu bieten hat! Ein kleiner Bergsee auf 1100 Meter Seehöhe, eingebettet in ein abgelegenes, kleines Hochtal am Fuße des Trattbergs in Mitten der Osterhorngruppe. Das ist der Seewaldsee.
Längst kein Geheimtipp mehr, hat er nach wie vor nichts von seinem Zauber verloren. Freilich mussten in der Vergangenheit Maßnahmen ergriffen werden, um den ungezügelten Besucherströmen entgegen zu wirken. So wurden Parkgebühren, Parkverbote sowie Zufahrtsbeschränkungen an Wochenenden eingeführt, das Nordufer wurde gesperrt um das sensible Ökosystem zu schützen. Damit konnte vor allem der Badetourismus eingedämmt werden.
Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, ist der See allemal die doch recht weite Anreise über die schmale Straße von St. Koloman wert. Der Seewaldsee, der aufgrund seiner üppigen Flora und Fauna unter Naturschutz steht, ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel sondern auch Ausgangspunkt für größere Touren, z.B. auf den Trattberg.
Ein Besuch startet normalerweise beim Parkplatz etwa 10 bis 15 Gehminuten vor dem See. Bereits vom Parkplatz weg wird man den ganzen Weg entlang der Straße von einer enormen Blütenpracht begleitet. Im Frühsommer finden sich darunter auch zahlreiche Orchideen. Rechts des Weges taucht nach kurzer Zeit bereits das Seewaldseemoor auf. Auch dieser Landschaftsteil steht unter Naturschutz.


Nach zehn Minuten – oder vielleicht auch etwas später, weil man ja immer wieder stehen bleiben und die vielen Blumen bestaunen muss – kommt der See in Sicht. Ruhig liegt er da in der kleinen Senke vor uns, an seiner glatten Oberfläche spiegelt sich der Himmel und verschleiert somit die dunkle Farbe seines moorigen Wassers.

An der Straßengabelung haben wir die Qual der Wahl: Gehen wir links oder rechts herum? Es gibt hier keine Empfehlung. Rechts herum betreten wir zuerst die Seewaldalm am Südufer, mit Zugang zur Wasserfläche, links herum führt der Weg erst durch den Hangwald am Nordufer.
Der vielleicht schönste Teil dürfte der hintere Bereich nahe des Abflusses sein. Hier sind auch viele seltene Pflanzenarten, wie Fieberklee, Sonnentau oder das Studentenröschen zu finden.



Aprospos Abfluss: Folgt man diesem, so stürzt der Bach schon kurz darauf in den fast 400 Meter tiefen Marchgraben. Ein Rundweg um den Ameiseggberg führt oberhalb der Schlucht entlang und nach zweieinhalb Stunden wieder zurück zum Seewaldsee. Er bietet beeindruckende Tiefblicke in diesen Canyon.

Immer einen Besuch wert ist die Auerhütte, die oberhalb des Nordufers mit guter Küche und freundlichen Pächtern zur Einkehr einlädt.

Von hier kann man auch den Almwiesenweg als alternativen Rückweg zum Parkplatz nehmen.
Anreise:
mit dem Auto:
Vom Salzachtal über Bad Vigaun nach St. Koloman fahren, weiter auf der Hauptstraße L210 bleiben und im Ortsteil Wegscheid in einer Rechtskurve nach links abbiegen. Hier ist der Seewaldsee bereits ausgeschildert. Die schmale und kurvige Straße führt mehrere Kilometer durch wunderschönen Blockwald bis zum Parkplatz Seewaldsee.
Adresse für Navi: Parkplatz Seewaldsee, Seewaldstraße, 5423 St. Koloman
Plus Code: J7H5+FF St. Koloman
Koordinaten: 47.6287, 13.2589
An Wochenenden und Feiertagen ist die Zufahrt zwischen 10 und 17 Uhr nicht möglich, nur bis zum kostenlosen Parkplatz nahe der Wilhelmskapelle ca. 3 km vor dem See.
In den Wintermonaten ist die Straße ab dem Parkplatz bei der Wilhelmskapelle zur Gänze gesperrt. Von der Wilhelmskapelle kann man dann in etwa einer Stunde zum See wandern, wenn die Bedingungen es zulassen.
Parken:
gebührenpflichtiger Parkplatz Seewaldsee, Tagespauschale: € 3,- (Stand 2022)
Automat akzeptiert Münzen und Kartenzahlung
Außerhalb des Parkplatzes herrscht Parkverbot!
Kostenloser Wanderparkplatz bei der Wilhelmskapelle ca. 3 km vor dem See.
mit Öffis:
Der Seewaldsee kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreicht werden.
Tourdaten (Seerundweg ab Parkplatz):
Weglänge: ca. 3,5 km
reine Gehzeit: ca. 1:00 Stunde
Höhenunterschied: ca. 40 m
Wegbeschaffenheit: Wanderung auf Asphaltstraßen, Forst- sowie Almwegen
Schwierigkeit nach SAC Wanderskala: T1 – Wandern
Trittsicherheit: nicht erforderlich
ausgesetzte Stellen: nein
Familientauglichkeit: sehr gut geeignet
Barrierefreiheit: nein
Empfohlene Ausrüstung: bequeme Schuhe, evtl. Badesachen
Weitere Touren- und Wandermöglichkeiten:
- auf den Trattberg (1757 m):
ca. 2 Std., 3,5 km, 700 Höhenmeter - Hintertrattbergalm:
ca. 1 3/4 Std., 4 km, 400 Höhenmeter - Ameiseggberg Rundweg:
ca. 3 Std., 10 km, 300 Höhenmeter
Einkehrmöglichkeiten:
Eine Einkehr bei der Auerhütte gehört schon fast zum Pflichtprogramm am Seewaldsee. Persönlich kann ich die Kaspressknödel auf Salat und den Apfelstrudel empfehlen. Geöffnet ist von April bzw. Mai bis Oktober.
Ein paar letzte Eindrücke vom Seewaldsee:



Bitte beachte:
Alle Angaben und Beschreibungen in diesem Artikel spiegeln meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider und erfolgen daher ohne Gewähr auf Richtigkeit bzw. Aktualität. Gelände und Natur sind ständigen Veränderungen unterworfen. Wege könnten aus diesem Grund nicht mehr passierbar, gesperrt oder anderweitig verändert sein. Auch das Wetter kann großen Einfluss auf den Charakter eines Weges haben. Eine sorgfältige Tourenplanung ist für das Wandern in der Natur – speziell im Gebirge – deshalb unerlässlich.
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2 Kommentare zu „Seewaldsee erleben – Natur erleben im Salzburger Land“